Festsitzung der Synode im Zeichen des Dankes

"Unabhängig von persönlichen Einstellungen nach tragfähigen Kompromissen gesucht" - Oberkirchenrätin Ingrid Bachler dankt dem langjährigen Synodenpräsidenten Peter Krömer. Foto: epd/ M. Uschmann
"Unabhängig von persönlichen Einstellungen nach tragfähigen Kompromissen gesucht" - Oberkirchenrätin Ingrid Bachler dankt dem langjährigen Synodenpräsidenten Peter Krömer. Foto: epd/ M. Uschmann

Martin Fischer folgt auf Karl Schwarz im Kultusamt

Linz (epdÖ) – Dank für langjähriges Engagement und ganz konkret im Jahr des Reformationsjubiläums prägte die Festsitzung der Generalsynode am Freitagabend, 8. Dezember, in Linz. Gemeinsam mit der Oberkirchenrätin für Kirchenentwicklung, Gerhild Herrgesell, ehrte Bischof Michael Bünker Personen, die maßgeblich für die Planung und Durchführung der gesamtösterreichischen Aktivitäten im Jubiläumsjahr verantwortlich waren. Besonders betont wurde dabei die Arbeit von Charlotte Matthias, die mit der Gesamtkoordination des Jubiläumsjahres betraut war. Die anwesenden Synodalen spendeten langanhaltenden stehenden Applaus, für den sich Matthias sichtlich gerührt bedankte: „Ihnen allen gilt der Dank für die Erfahrung, wie schön es ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Geehrt wurden darüber hinaus Doris Rössler, die Matthias in der Organisation eng unterstützt hatte, die Organisatorin des Reformationsballs in der Hofburg, Dagmar Kloiber-Böhme, die auch beim Reformationsempfang im Musikverein organisatorisch stark mitgewirkt hatte, Hanns Stekel, Direktor der Johann Sebastian Bach Musikschule, sowie Landeskantor Matthias Krampe. Oberkirchenrätin Herrgesell zeigte sich erfreut, dass es bei den Aktivitäten zum Reformationsjubiläum gelungen sei, „alle ins Boot zu holen“. So konnte gezeigt werden, „was Evangelische aus dem Spirit der Reformation mitbringen“.

Synodenpräsident Peter Krömer hob den Einsatz von Bischof Michael Bünker hervor, der „die letzten Fäden und die letzte Verantwortung getragen“ und der Öffentlichkeit vermittelt habe, „dass die Evangelische Kirche mit ihren theologischen Positionen auch heute etwas zu sagen hat“. Dabei habe er – nicht zuletzt durch die umfangreiche Medienpräsenz und die damit verbundenen Termine – „fast Unmenschliches“ geleistet, so der Präsident.

Das Reformationsjubiläum in Österreich haben die drei Evangelischen Kirchen – die lutherische, die reformierte und die methodistische – gemeinsam gefeiert. So wurde bei dem Abend auf der Generalsynode wechselseitig auch für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, unabhängig von der jeweiligen Größe der Kirche, gedankt. „Mit unserer völlig gleichberechtigten Zusammenarbeit bilden wir in Österreich eine Ausnahme in Europa“, sagte Bischof Michael Bünker. Roland Siegrist, Präsident des methodistischen Kirchenvorstands, sprach von einer „besonderen Auszeichnung, wenn man als Kirche nicht groß ist und trotzdem vertrauensvoll wahrgenommen“ werde. Es sei nicht selbstverständlich, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Auch der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld dankte für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Im Bild vorne (von links): Synodenvizepräsidentin Ingrid Tschank, Thomas Hennefeld, Charlotte Matthias, Esther Handschin, Doris Rössler, dahinter (von links) Hanns Stekel, Karl Schwarz, Martin Fischer, Peter Krömer, Thomas Fux, Roland Siegrist, Ulrich H.J. Körtner

Anlässlich seiner bevorstehenden Pensionierung verabschiedete sich die Synode auch vom langjährigen evangelischen Referenten im Kultusamt, Ministerialrat Karl Schwarz. „Vor 20 Jahren habe ich zu dieser Aufgabe Ja gesagt. Ich bin dankbar für diese Laufbahn. Es war aufregend, das österreichische Religionsrecht aus der Perspektive der Verwaltung kennenzulernen“, erklärte der Kirchenhistoriker und Kirchenrechtler. Schwarz bot den Synodalen eine historische Tour durch die Reihen der evangelischen Referenten im Kultusamt und erinnerte an seinen Mentor Günter Sagburg. Den anwesenden Vertretern der Evangelischen Kirchen, insbesondere den Mitgliedern der Kirchenleitung, dankte Schwarz für die Zusammenarbeit, „ich weiß mich der Evangelischen Kirche besonders verpflichtet“.

Synodenpräsident Peter Krömer dankte für das vielfältige Engagement des Ministerialrats, der als ordinierter geistlicher Amtsträger immer auch ehrenamtlich während seiner Zeit als Beamter in der Evangelischen Kirche mitwirkte und umfangreich wissenschaftlich tätig war. Im Kultusamt habe er „in äußerst gewissenhafter Art und Weise“ die Anliegen, die die Evangelische Kirche betroffen haben, verfolgt. „Wir danken für diesen wichtigen Dienst im Staat, der im Protestantengesetz festgelegt ist“, unterstrich der Synodenpräsident.

Vorgestellt hat sich auf der Synode Martin Fischer, der Schwarz im März 2018 nachfolgt. Fischer stammt aus einem burgenländischen Pfarrhaus, studierte Religionspädagogik in Wien, war viele Jahre im In- und Ausland als Tenor musikalisch tätig, dissertierte bei Ulrich H.J. Körtner und arbeitete als Assistent am Wiener Institut für Systematische Theologie, bevor er 2007 als Lehrender an die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) wechselte. „Die interreligiöse Begegnung dort hat mich mehr in meiner evangelischen Identität geprägt als Pfarrhaus oder Studium“, meinte Fischer. Er sei dankbar, dass er die Erfahrung, „versöhnte Verschiedenheit täglich zu leben“, nun in die Arbeit im Kultusamt, einer „bedeutenden Schnittstelle“, einbringen könne.

Geehrt wurden bei der Festsitzung auch langjährige Mitglieder der Synode, wie Synodenvizepräsident Eckart Fussenegger, die Superintendenten Hermann Miklas und Manfred Sauer, die Senioren Gerhard Krömer und Friedrich Rößler sowie Universitätsprofessor Ulrich H.J. Körtner, die alle seit rund 20 Jahren der Synode angehören.

Schließlich wurde auch Peter Krömer gedankt. Der dienstälteste Synodale ist seit 25 Jahren Präsident des obersten gesetzgebenden Gremiums der Evangelischen Kirche. Oberkirchenrätin Ingrid Bachler unterstrich Krömers Leistung, „unabhängig von persönlichen Einstellungen nach tragfähigen Kompromissen“ zu suchen. Die Suche nach Einmütigkeit habe seine Leitungstätigkeit in der Synode geprägt. Als Präsident, so Bachler, müsse man über große Wandlungsfähigkeit verfügen, denn es brauche „einen Lehrer, Motivationstrainer, Zirkusdirektor, Bergführer, Tauchlehrer und Reiseleiter“, sagte die Oberkirchenrätin. Neben seinem ausfüllenden Beruf als Rechtsanwalt lebe Krömer „von der Liebe zu seiner Familie und zu seiner Kirche“. Namens der Kirche dankte die Oberkirchenrätin für Krömers Einsatz und seine spirituellen Beiträge.

Bilder von der Festsitzung unter: foto.evang.at

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ISSN 2222-2464