Evangelisch in Oberösterreich

Superintendent Dr. Gerold Lehner (Foto: epv/Uschmann)
Superintendent Dr. Gerold Lehner (Foto: epv/Uschmann)

Weitere Informationen zu Superintendent Dr. Gerold Lehner finden Sie im Who is Who und auf der Website der Superintendentur Oberösterreich unter www.evang-ooe.at.

 

Daten & Fakten

Einzugsbereich: ca. 10.000 km2
Evangelische A.B.: 49.441
Evangelische H.B: 195
Pfarrgemeinden: 34

 

Geschichte

Schon sehr früh kommt die lutherische Reformation nach Oberösterreich. Viele Adelsgeschlechter schließen sich der Reformation an. In ihren Burgen und Häusern werden evangelische Gottesdienste gehalten, an denen die Bevölkerung teilnimmt. Dennoch war die Reformation vor allem eine echte Volksbewegung, die von Handwerkern, Studenten, Händlern und Soldaten getragen wurde. Sie hatten in Deutschland von der „neuen Lehre“ gehört und diese in ihrer oberösterreichischen Heimat verbreitet. 1525 ist Oberösterreich in dem Maß lutherisch wie es heute römisch-katholisch ist.

1523 verbietet Kaiser Ferdinand I., ein entschiedener Gegner der Reformation, das Lesen lutherischer Bücher und die Verbreitung protestantischen Gedankenguts. Drei Jahre später wird der frühere Kaplan von Waizenkirchen auf einer Inn-Insel bei Schärding bei lebendigem Leib verbrannt. Dennoch gelingt es Ferdinand nicht, die Gegenreformation konsequent durchzuführen, da er von der evangelischen Ständen Geld für die Türkenkriege braucht. Unter seinem Nachfolger Maximilian II. kann sich dann die Reformation ungehindert ausbreiten. Weithin wurde sie in Oberösterreich nicht als eine neue Kirche neben der alten gesehen, sondern als eine Erneuerungsbewegung innerhalb der bestehenden Kirche. Vor allem das Schulwesen erlebt eine besondere Blüte. Das neu errichtete Landhaus beherbergte nicht nur die Landeskanzlei, sondern auch die evangelische Landschaftsschule, in der auch der große Gelehrte und Namenspatron der Universität Linz, Johannes Kepler, wirkte.

1624 verändern sich schlagartig die Verhältnisse. Unter Ferdinand II. müssen rund 100.000 Oberösterreicher ihre Heimat wegen ihres Glaubens verlassen. Viele siedeln sich in Mittelfranken an, ab 1734 kommt es zu zwangsweisen Umsiedelungen nach Siebenbürgen/Rumänien.

Am 11. Mai 1625 kommt es im Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) zu jenem Vorfall, der in der weiteren Folge den Bauernkrieg von 1626 auslöste. Bauern wollten den katholisch gesinnten Verwalter des dortigen Schlosses erschlagen, Soldaten trieben sie zunächst auseinander. Drei Tage später versammelten sich über Aufforderung von Graf Herberstorff, der seit 1620 als bayrischer Statthalter in Oberösterreich regierte, etwa 6000 Männer bei Frankenburg. Der Statthalter ließ die Richter und Vorsteher der versammelten Gemeinden und Zünfte in Vertretung der Anführer verhaften und – insgesamt 38 Personen – zum Tode verurteilen. Einem militärischen Brauch folgend würfelten sie um ihr Leben – Mann gegen Mann. Dann fegte der oberösterreichische Bauernkrieg über das Land.

Ein Denkmal steht heute an jener Stätte, an der die aufständischen Bauern beim "Frankenburger Würfelspiel" um ihr Leben würfeln mussten. (Foto Bojus/wikimedia)
Ein Denkmal steht heute an jener Stätte, an der die aufständischen Bauern beim „Frankenburger Würfelspiel“ um ihr Leben würfeln mussten. (Foto Bojus/wikimedia)

1781 gewährt Kaiser Josef II. mit seinem Toleranzpatent den Evangelischen ihre Religionsausübung, allerdings mit vielen Einschränkungen. Zwei Jahre später wird dann der Pfarrer von Scharten, Johann Christian Thielisch, zum ersten Superintendenten der Diözese Oberösterreich ernannt. Damals lebten in den neun oberösterreichischen Toleranzgemeinden 15.400 Evangelische. Zum Amtsbereich der Superintendentur gehörte neben Oberösterreich auch Salzburg und Tirol. Fast 200 Jahre später, 1965, wurde dann der große Einzugsbereich geteilt und Oberösterreich sowie Salzburg und Tirol zu eigenen Diözesen.

 

Angebote & Aktivitäten

BehindertenbetreuungDiakonie
Das Evangelische Diakoniewerk Gallneukirchen umfasst mehrere Krankenhäuser, Kurhotels, Seminar- und Gästehäuser. Der Behindertenbereich bietet Wohnungen für schwer- und schwerstbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Schulen, Kindergärten und Therapiestationen. Weiters gibt es Altenheime, das Diakonissen-Mutterhaus und Ausbildung im Bereich Gesundheits- und Krankenpflegeschule. Zum Wirtschaftsbereich gehören landwirtschaftliche Betriebe und technische Werkstätten.

Ökumene
Nach langem Gegeneinander ist heute an vielen Orten Oberösterreichs zwischen den Kirchen ein bereicherndes Miteinander und Füreinander gewachsen. An vielen Orten werden seit Jahren ökumenische Gottesdienste gehalten. Seit fast zwei Jahrzehnten gibt es den gemeinsamen Theologentag, der abwechselnd gestaltet wird. Langjährige Zusammenarbeit besteht auch im Bereich der Diakonie, bei der Krankenhausseelsorge, der Telefonseelsorge, und in der Arbeit mit biblischen Themen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Evangelischen Museums Oberösterreich unter museum-ooe.evang.at.

 

Kontakt

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Sitz der Superintendentur

Evang. Superintendentur der Diözese A.B. Oberösterreich
Bergschlößlgasse 5
A-4020 Linz
Telefon 0732/65 75 65
Fax 0732/65 75 65-33
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