Wien: „Suppe mit Sinn“ im Diakonie Flüchtlingshaus

Heilwig Pfanzelter, Tamara Metelka und Wolfgang Böck schmecken noch einmal die "Suppe mit Sinn" ab. Foto: WienerTafel/Susanne Regner
Heilwig Pfanzelter, Tamara Metelka und Wolfgang Böck schmecken noch einmal die "Suppe mit Sinn" ab. Foto: WienerTafel/Susanne Regner

Prominente und Armutsbetroffene kochten gemeinsam

Wien (epdÖ) – „Suppe mit Sinn“ lautet der Titel der Winterhilfsaktion des Vereins „Wiener Tafel“, die am Dienstagvormittag im Haus des Diakonie Flüchtlingsdienstes mit einem gemeinsamen Kochen von Prominenten und Armutsbetroffenen ihren Höhepunkt fand. Die SchauspielerInnen Wolfgang Böck, Tamara Metelka und Frank Hoffmann sowie die Sängerinnen Marika Lichter und Heilwig Pfanzelter bereiteten gemeinsam mit Bewohnern des Flüchtlingshauses Rossauer Lände im 9. Wiener Bezirk (Glasergasse 27) eine Gemüsesuppe zu. Danach aßen alle gemeinsam „heiße Suppe gegen soziale Kälte“ – laut den Veranstaltern „ein starkes Zeichen im Kampf gegen Armut und Hunger“.

Zum ersten Mal beteiligen sich heuer 170 Gastronomiebetriebe im Großraum Wien an der Hilfsaktion der „Wiener Tafel“. Sie tragen damit zu Spendeneinnahmen für Österreichs älteste und größte Tafelorganisation bei. „Suppe mit Sinn“ läuft noch bis 31. Dezember. Spenden sei ganz einfach, so die Hilfsorganisation: „Eine heiße Suppe beim Lieblingswirt genießen oder ein Spenden-SMS an 0664 66 00 365 schicken!“ Mit jeder verkauften Portion „Suppe mit Sinn“ geht ein Euro als Spende an den Verein. Damit könne die „Wiener Tafel“ bis zu zehn Armutsbetroffene satt machen, hieß es bei der Pressekonferenz.

Unterstützt wird die „Suppe mit Sinn“ auch von den Wirtschaftsunternehmen „Metro“, „Neff-Hausgeräte“, „Bosch“, „Kika“, „Leiner“ und „Berndorf“.
Das gemeinsame Suppenkochen sei ein „wichtiges Signal für mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, sagte Nadine Zielonke von der „Wiener Tafel“. Ihr Verein stehe mit seiner „sozialen Transferarbeit“ für einen Brückenschlag vom Überfluss hin zum dringenden Bedarf. Wichtige Partner der „Wiener Tafel“ seien dabei Sozialeinrichtungen wie der Diakonie Flüchtlingsdienst mit mehr als 10.000 armutsbetroffenen Klienten, betonte Zielonke.

Der Diakonie Flüchtlingsdienst sorgt für Beratung, Betreuung, Unterbringung, (Aus-)Bildung und medizinische sowie psychotherapeutische Behandlung von Flüchtlingen, Migranten und auch ÖsterreicherInnen. Im Flüchtlingshaus Rossauer Lände, dem ehemaligen evangelischen Krankenhaus, sind derzeit etwa 170 Flüchtlinge, großteils Familien, untergebracht. Christoph Riedl, Geschäftsführer des Diakonie Flüchtlingsdienstes Österreich, dankte der „Wiener Tafel“ für die aktuelle Initiative und für die schon jahrelange Unterstützung der Flüchtlingshäuser.

Ein Viertel der Lebensmittel landet auf dem Müll

Unter dem Motto „Versorgen statt Entsorgen“ rettet die „Wiener Tafel“ seit zwölf Jahren genusstaugliche Lebensmittel vor dem Müll und versorgt damit 10.000 Armutsbetroffene in mehr als 80 Wiener Sozialeinrichtungen. 220 ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Wiener Tafel übernehmen bis zu drei Tonnen Lebensmittel pro Tag von den Warenspendern, um sie auf dem kürzesten Weg zu den Armutsbetroffenen zu bringen.

In Wien wird laut „Wiener Tafel“ jedes Jahr ein Viertel der erzeugten Lebensmittel vernichtet. Die Gründe für diese Vergeudung seien Überproduktion, Logistikfehler, Fehletikettierung und Verpackungsschäden.

Informationen: www.suppemitsinn.at und www.wienertafel.at

ISSN 2222-2464