Wien: Demenzfreundlicher Gottesdienst am 9. Juni

Das Netzwerk "Demenzfreundlicher dritter Bezirk" veranstaltet vom 9. bis zum 12. Juni eine Aktionswoche, um Betroffenen einen Platz in der Öffentlichkeit zurückzugeben. (Foto: Diakoniewerk)
Das Netzwerk „Demenzfreundlicher dritter Bezirk“ veranstaltet vom 9. bis zum 12. Juni eine Aktionswoche, um Betroffenen einen Platz in der Öffentlichkeit zurückzugeben. (Foto: Diakoniewerk)

Krankheit Demenz soll enttabuisiert werden

Wien (epdÖ) – Das Netzwerk „Demenzfreundlicher dritter Bezirk“ veranstaltet vom 9. bis zum 12. Juni eine Aktionswoche, um Betroffenen einen Platz in der Öffentlichkeit zurückzugeben und die Krankheit Demenz zu enttabuisieren. An der Aktionswoche wird sich auch die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Landstraße beteiligen. Am 9. Juni wird um 16 Uhr in der Pauluskirche (1030 Wien, Sebastianplatz 4) ein demenzfreundlicher ökumenischer Gottesdienst gefeiert, der an die Bedürfnisse dementer Mensch angepasst ist.

„Demenziell veränderte Menschen empfinden – wie Nicht-Betroffene – Angst, Glück und Freude. Nur leben sie in ihrem eigenen System“, sagt Thomas Fresia, Pfarrer der Pauluskirche im dritten Bezirk. Wenn Menschen an Demenz erkranken, würden sie meist aus der Öffentlichkeit verschwinden und zu Hause oder im Pflegeheim betreut. „Auch im Gottesdienst oder im Pfarrgemeinde-Leben sind sie kaum zu finden“, erklärt Fresia. „Ein demenzfreundlicher Gottesdienst ist zeitlich angepasst und dauert zirka 30 Minuten. Es wird ein kurzer und einfacher Textinput eingesetzt sowie gewohnte, bekannte liturgische Elemente, das Vaterunser oder der Psalm 23 zum Bespiel“, so Fresia. Für Betroffene sinnvoll sei die Einbindung vertrauter Gegenstände. So wird der Pfarrer am 9. Juni in seiner Predigt auf einen Regenschirm Bezug nehmen. Unabhängig von der Aktionswoche soll es demenzfreundliche Gottesdienste in Kirchen auf jeden Fall weiterhin geben.

Neben dem Gottesdienst hat das Netzwerk ein umfangreiches Programm erstellt: So kann die Hausgemeinschaft Erdberg des Diakoniewerks besichtigt werden, es gibt Büchertische zum Thema Demenz in der Bücherei und in Buchhandlungen, verschiedene Vorträge werden in mehreren Einrichtungen gehalten. Angeboten werden weiters Lesungen mit Musik. Alle der knapp 30 Mitglieder des Netzwerks präsentieren sich am 12. Juni mit Infoständen im Einkaufszentrum „The Mall“ in Wien-Mitte. Für Menschen mit Demenz gibt es verschiedene Angebote der Aktivierung, ob in kreativer oder bewegungstherapeutischer Weise.

ISSN 2222-2464