Weltgebetstag der Frauen richtet Augenmerk auf die Bahamas

Inspiriert von den leuchtenden Farben der Schöpfung: Das Titelbild "BLESSED" des diesjährigen Weltgebetstages wurde von der Künstlerin Chantal E.Y. Bethel geschaffen.
Inspiriert von den leuchtenden Farben der Schöpfung: Das Titelbild "BLESSED" des diesjährigen Weltgebetstages wurde von der Künstlerin Chantal E.Y. Bethel geschaffen.

In rund 170 Ländern beten Frauen unter dem Motto: „Ich – für Euch – versteht ihr? – Jesus -„

Wien (epdÖ) – Im Mittelpunkt des diesjährigen „Weltgebetstags der Frauen“ am 6. März stehen die Bahamas. „Assoziationen von Urlaubsparadies und Kreuzfahrten werden wach. Der Inselstaat ist ein Ort von wunderbarer Schönheit. In der Liturgie laden die Stimmen aus den verschiedenen Inseln ein, in Gottes unendlich fließenden Ozean der Gnade einzutauchen und die Schönheit des Lebens in ihren vielfältigen Ausdrucksformen wahrzunehmen“, heißt es dazu auf der Homepage der ökumenischen Initiative www.weltgebetstag.at.

Zentrales Thema der gemeinsamen Liturgie, die von Frauen von den Bahamas entwickelt wurde, ist die Schöpfung und die nachhaltige Nutzung. „Vergessen wir nicht die Forderung nach einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung Gottes, egal ob es die Schönheit des türkisfarbenen Wassers der Bahamas ist, oder die Besonderheit um ‚die Ecke‘, im eigenen Land“, so die Veranstalterinnen. Darüber hinaus soll auch für jene Frauen gebetet werden, die etwa unter der hohen Gewaltrate im familiären Umfeld leiden, für Frauen mit der Diagnose Brustkrebs oder HIV/AIDS sowie für Teenager-Mütter.

Konkret unterstützt werden auf den Bahamas 2015 zwei Projekte. Das erste Projekt dient der Bekämpfung familiärer und sexueller Gewalt. Auf den Bahamas leben zirka 41.000 junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, vielfältige Gewalterfahrung sei Teil ihres Alltags. Der Inselstaat gehört weltweit zu den zehn Ländern mit der höchsten Vergewaltigungsrate. Kinder werden etwa doppelt so häufig Opfer. 45 Prozent der weiblichen Teenager gaben an, dass bei ihrem „ersten Mal“ Gewalt im Spiel war. Nirgendwo sonst haben Mädchen und Buben derart früh sexuelle Erfahrung: zwei Drittel sind nicht einmal 13 Jahre alt.

Bei dem zweiten Projekt geht es darum, Kindern technische Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, die aus kinderreichen Familien sowie aus Alleinerzieherhaushalten mit sehr niedrigem Einkommen stammen. Ein eigens gegründeter Kinder-Klub versorgt diese mit dem nötigen Essen, unterstützt sie in allen Unterrichtsfächern bei den Hausaufgaben, fördert ihre handwerklichen Fähigkeiten und ihre soziale Kompetenzen. Um den Umgang mit neuen Medien zu lernen, werde dringend EDV-Ausstattung benötigt, so die Projektbeschreibung.

Bei den Bahamas handelt es sich um eine parlamentarische Demokratie. Die Inselgruppe liegt im Atlantik und besteht aus rund 700 Inseln, wovon aber nur 30 bewohnt werden. Über 80 Prozent der 363.000 Einwohner sind afrikanischen Ursprungs. Das Christentum bildet die größte religiöse Gruppe des Landes. Rund 67 Prozent gehören einer protestantischen Kirche an (Baptisten 35 Prozent, Anglikaner 15 Prozent, Methodisten vier Prozent sowie andere), 14 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Das Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II. von England, sie wird vertreten durch Generalgouverneurin Marguerite Pindling.

Der Weltgebetstag, der jeweils am ersten Freitag im März begangen wird, ist die größte ökumenische Basisbewegung von Christinnen. Seine Wurzeln liegen in der Weltmissionsbewegung des 19. Jahrhunderts in Amerika, in deren Rahmen eine eigenständige Frauenbewegung entstand. Am 4. März 1927 fand erstmals eine über die USA hinausgehende multinationale Feier des Ökumenischen Weltgebetstags der Frauen statt. Ab 1949 begeisterten sich auch in Österreich evangelische und altkatholische Frauen für den Weltgebetstag. 1957 wurde der erste ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Wiener Lutherischen Stadtkirche gefeiert. Ab 1971 waren auch römisch-katholische Frauen offiziell in der Weltgebetstagsbewegung vertreten.

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ISSN 2222-2464