NÖ: Umweltpreis für ökologische Pfarrgemeinden

Am Energie- und Umwelt-Pfarrtag: Weihbischof Stephan Turnovszky, Weihbischof Anton Leichtfried, Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, Armin Haiderer von der Katholischen Aktion, Superintendent Lars Müller-Marienburg und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (v.l.n.r.). Foto: NLK Pfeiffer
Am Energie- und Umwelt-Pfarrtag: Weihbischof Stephan Turnovszky, Weihbischof Anton Leichtfried, Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, Armin Haiderer von der Katholischen Aktion, Superintendent Lars Müller-Marienburg und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (v.l.n.r.). Foto: NLK Pfeiffer

Bruck an der Leitha und Bad Vöslau bei Umwelt-Pfarrtag ausgezeichnet

Krems (epdÖ) – Sieben niederösterreichische Pfarrgemeinden – zwei evangelische und fünf katholische – wurden beim heuer erstmals abgehaltenen Energie- und Umweltpfarrtag in Krems-Stein mit dem Diözesanen Umweltpreis ausgezeichnet. Prämiert wurden Pfarrgemeinden, die sich durch ökologisches Handeln besonders für die Umwelt einsetzen. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, der die Auszeichnung vornahm, zeigte sich beeindruckt vom nachhaltigen Engagement der Pfarrgemeinden. In Richtung der Preisträger sagte er: „Ihr seid absolute Vorreiter, wenn es um Umweltmanagement in der Diözese geht, und darauf können wir stolz sein!“

Von evangelischer Seite ausgezeichnet wurde die Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha für ihr ökologisches Gesamtkonzept im Bereich der erneuerbaren Energiebeschaffung in Kombination mit einer Tankstelle für Elektrofahrzeuge. Ein Sonderpreis ging an die evangelische Pfarrgemeinde Bad Vöslau aufgrund der vorbildhaften Umsetzung einer LED-Beleuchtung im denkmalgeschützten Kirchenraum. Anerkennung für ihr Engagement im Umweltbereich fanden zudem die katholischen Pfarren St. Martin, Kottes und Senftenberg (Diözese St. Pölten) sowie St. Nikolaus-Auersthal und Wilfersdorf (Erzdiözese Wien). Einen weiteren Sonderpreis erhielt die Initiative „Waldviertler Energiestammtisch“, in der „grenzüberschreitende Energiekultur“ entwickelt und umgesetzt wird.

Superintendent Lars Müller-Marienburg fand anerkennende Worte für den Umgang der Pfarrgemeinden mit Energieressourcen: „Ich persönlich bin sehr viel mit der Bahn und dem Fahrrad unterwegs, denn so kann auch ich meinen Beitrag leisten. Und unsere Pfarrgemeinden haben heute gezeigt, dass es noch viel mehr Möglichkeiten gibt, Schöpfungsverantwortung wahrzunehmen.“

Der katholische Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky erläuterte die Motive des Umweltpreises: „Uns ist besonders wichtig, dass die ausgezeichneten Pfarren einen ganzheitlichen, umweltbewussten Ansatz verfolgen, z.B. bei Pfarrfesten, bei der Energieversorgung der Pfarre oder auch beim Einkauf. Mit der Forcierung erneuerbarer Energiequellen, der Unterstützung der regionalen Landwirtschaft oder der Verwendung von fair erzeugten Produkten können wir selbst Einfluss nehmen.“

„Öko-faire Kriterien sollten für Christen selbstverständlich sein“, sagte die Sprecherin der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs, Hemma Opis-Pieber, in ihrem Hauptreferat zum Umwelt-Pfarrtag. In den Kirchen habe es immer Vorreiter für einen zukunftsfähigen Lebensweg gegeben, was jedoch erst zum Mainstream werden müsse, so die kirchliche Umweltexpertin. Der Energie- und Umwelt-Pfarrtag treibe die Energiewende voran, die in allen österreichischen Diözesen bis Ende 2018 mit eigenen Plänen zur Nachhaltigkeit beginnen soll, erklärte Opis-Pieber. Das ambitionierte Ziel seien 20 Prozent weniger Energieverbrauch und Verzicht auf fossile Brennstoffe. Die 3200 Pfarrgemeinden und mehr als 5,5 Millionen Christen im Land könnten „viel bewegen“ und sollten auch von der Politik Maßnahmen einfordern – „etwa eine ökologische Steuerreform oder grüne Klimapolitik“, meinte die Sprecherin der Umweltbeauftragten.

Der Diözesane Umweltpreis prämiert jedes Jahr ökologisches und schöpfungsfreundliches Handeln in den Pfarrgemeinden, wobei die Hauptpreise mit je 1.000 Euro dotiert sind. Ins Leben gerufen wurde der Preis von der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Niederösterreich und der Erzdiözese Wien in Kooperation mit dem Land Niederösterreich. Die Energie- und Umweltagentur NÖ unterstützt mit fachlicher Expertise.

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ISSN 2222-2464