Neue Kampagne der Diakonie: „Hoffnung braucht ein Ja!“

Diakonie-Direktor Michael Chalupka: "Müssen wegkommen von der Haltung, dass gesellschaftliche Herausforderungen unbewältigbar sind." Im Bild: Michael Chalupka, Hannah Wüstehube (macht derzeit ein freiwilliges sozials Jahr) und Ibrahim Khater (Flüchtling aus Syrien). Foto: epdÖ/T.Schönwälder
Diakonie-Direktor Michael Chalupka: „Müssen wegkommen von der Haltung, dass gesellschaftliche Herausforderungen unbewältigbar sind.“ Im Bild: Michael Chalupka, Hannah Wüstehube (macht derzeit ein freiwilliges sozials Jahr) und Ibrahim Khater (Flüchtling aus Syrien). Foto: epdÖ/T.Schönwälder

24 Vorschläge für mehr Chancen und Möglichkeiten

Wien (epdÖ) – Eine österreichweite Kampagne für mehr Chancen und Möglichkeiten stellte die Diakonie im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch, 11. November, im Wiener Albert Schweitzer Haus vor. Unter dem Namen „Hoffnung braucht ein Ja!“ werden auf Plakaten und in Fernsehspots Menschen und Projekte vorgestellt, „die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln“. „Wir wollen diejenigen in den Vordergrund stellen, die etwas in Österreich bewegen und dadurch zeigen, dass gesellschaftliche Herausforderungen bewältigbar sind“, betonte Diakonie-Direktor Michael Chalupka. In einem 24 Vorschläge umfassenden Katalog fordert die Diakonie die Regierung auf, zu handeln und ihre unattraktive „Politik der Signale“ endlich zu beenden. Unter den Vorschlägen finden sich beispielweise Forderungen zur Mindestsicherung, Pflege, Inklusion und Bildung. „Diese Vorschläge müssen nicht neu sein, sie sind aber nach wie vor von großer Wichtigkeit“, so Chalupka.

„Wir erleben in Österreich zurzeit eine ‚Politik der Signale‘, die davon abgekommen ist, konkrete Maßnahmen voranzutreiben“, kritisierte der Diakonie-Direktor. Es ginge stattdessen nur noch um Abschreckung und das Schüren von Ängsten. Beispiele für diese verfehlte Politik der Signale seien die Diskussionen um das Dichtmachen der Außengrenzen oder auch um die Aussetzung des Familienzuzugs. Man müsse endlich wegkommen von der Haltung, dass die gesellschaftlichen Herausforderungen unbewältigbar seien. „Wir sind gegen Schwarzsehen und Krankjammern und fordern die Verantwortlichen dazu auf, durch konkrete Taten endlich zu handeln“, sagte Chalupka.

Der Diakonie-Direktor fürchtet zudem eine schleichende Demontage des sozialen Netzes. Unter dem Deckmantel der Flüchtlingskrise würden Vorschläge unterbreitet, die die soziale Spaltung in Österreich weiter vorantreiben. Beispiele hierfür seien der Ruf nach Kürzung des Arbeitslosengelds oder der stagnierende Ausbau der demographisch notwendigen Pflegedienste. „Es wird zurzeit alles daran gesetzt, die Republik unattraktiver zu machen, und das obwohl die Gesellschaft insgesamt immer reicher wird.“ Die gesellschaftlichen Debatten würden wieder auf den Rücken der zehn Prozent der Bevölkerung mit dem geringsten Einkommen geführt. Das sei nicht zu akzeptieren, so Chalupka.

Gemeinsam mit den traditionellen Adventkränzen wird die Diakonie die 24 Vorschläge im Laufe der Vorweihnachtszeit an PolitikerInnen auf Bundes- und Landesebene überreichen. So wolle man auf die konkreten Probleme aufmerksam machen und die EntscheidungsträgerInnen dazu animieren, endlich konkret zu handeln, heißt es von Seiten der Diakonie. Nähere Informationen zur Kampagne „Hoffnung braucht ein Ja!“ und der vollständige Forderungskatalog sind unter www.diakonie.at zu finden.

ISSN 2222-2464