Kreuzklang 2017– Lektionen der Finsternis

Tenebrae entstand zwischen 2014 und 2016 als Kompositionsauftrag der Evangelischen Kirche A.B. und der Johann Sebastian Bach Musikschule für das diesjährige Reformationsjubiläum. (Foto: Kreuzklang)
Tenebrae entstand zwischen 2014 und 2016 als Kompositionsauftrag der Evangelischen Kirche A.B. und der Johann Sebastian Bach Musikschule für das diesjährige Reformationsjubiläum. (Foto: Kreuzklang)

Michael Radulescus Auftragswerk „Tenebrae“ wird am Karfreitag zur Uraufführung gebracht


Wien (epdÖ) – Einzigartige Kompositionen und die einzigartige Bedeutung des Karfreitags zusammenzubringen, diese Aufgabe stellt sich Jahr für Jahr die Reihe „Kreuzklang“. Auch in diesem Jahr wird wieder am Karfreitag, 14. April, Musik auf Meditationen von Bischof Michael Bünker treffen. „Die Musik der Reformation war immer am Puls ihrer Zeit. Dies gilt ganz besonders auch für die Musik der Reihe Kreuzklang. Mit Michael Radulescus Komposition Tenebrae (´Finsternis´) wird heuer wieder zeitgenössische Musik gepaart mit „geistlichen Worten des Bischofs“ zu hören sein“, sagt Charlotte Matthias, persönliche Referentin des Bischofs im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst.

Tenebrae entstand zwischen 2014 und 2016 als Kompositionsauftrag der Evangelischen Kirche A.B. und der Johann Sebastian Bach Musikschule für das diesjährige Reformationsjubiläum.

Die ungewöhnliche Besetzung für 14 Solostreicher eröffnet neue Klangwelten, die zwar zum ersten Mal ertönen und die doch alte Traditionen aufnehmen. Zwei Instrumental-Gruppen führen in vier musikalischen Sätzen –vom Komponisten „Lectiones“ genannt – ein Gespräch, treten in einen Dialog. Die eindringliche und präzise Tonsprache des bekannten Komponisten, Organisten und Dirigenten Michael Radulsescu bringt das Gefühls-und Gedankenspektrum der Passion assoziativ und suggestiv auf einen dramatischen Punkt. Am Schluss wird der Choral Martin Luthers „Da Christus an dem Kreuze stund“ erkennbar zu hören sein.

„Die Textmeditationen von Bischof Michael Bünker werfen einen Blick auf das Kreuz und bringen dem Zuhörenden die heute vielleicht rätselhaft wirkende Kreuzes-Theologie Martin Luthers näher, der von sich einmal sagte, ‚das Kreuz allein macht meine Theologie aus‘ und bereits 1518, ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung seiner 95 Thesen, formulierte: ‚Der Theologe der Herrlichkeit nennt das Schlechte gut und das Gute schlecht; der Theologe des Kreuzes nennt die Dinge beim richtigen Namen.‘“, so Matthias. „Die Uraufführung am Karfreitag-Abend in der Lutherischen Stadtkirche wird ein besonderer Höhepunkt der Kreuzklang-Reihe sein!“

„Kreuzklang 2017“ wird am 14. April um 20 Uhr in der Lutherischen Stadtkirche in Wien (1010 Wien, Dorotheergasse 18) aufgeführt. Der Eintritt ist frei, im Anschluss gibt es Brot und Wein.

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ISSN 2222-2464