20.10.2020

Diakoniepreis geht nach Gols und Mödling

Je 5.000 Euro für “Erdbeere-Schoko-Vanille” und “DIyoungKONIE” – Beste vorwissenschaftliche Arbeit von Emma Breit

Thomas Haider von der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich (l.) und Synodenpräsident Peter Krömer (r.) überreichten den Preis - hier an Christian Göltl vom Projekt "Erdbeere-Schoko-Vanille". Foto: epd/Uschmann

Je 5.000 Euro für “Erdbeere-Schoko-Vanille” und “DIyoungKONIE” – Beste vorwissenschaftliche Arbeit von Emma Breit

Wien/Gols/Mödling (epdÖ) – Die Projekte “Erdbeere-Schoko-Vanille” und “DIyoungKONIE” teilen sich heuer den mit 10.000 Euro dotierten Diakoniepreis. Ausgezeichnet wurden die Initiativen aus Gols und Mödling im Rahmen des diesjährigen Reformationsempfangs der Evangelischen Kirchen am Dienstag, 20. Oktober, in der Wiener Auferstehungskirche. In Kooperation mit der regionalen Eismanufaktur “Der Eismacher” hatte das Diakoniezentrum Gols im Juni 2020 einen Gastro-Container im Garten der Einrichtung aufgestellt, der laut Initiatoren bei Eis, Kaffee und kalten Getränken im Sinne der Inklusion “eine niederschwellige Begegnungszone zwischen den BewohnerInnen des Diakoniezentrums, der Ortsbevölkerung und Menschen aus der Umgebung” herstellen sollte. Die Evangelische Pfarrgemeinde Mödling wiederum stellt mit ihrem Projekt “DIyoungKONIE” nach eigenen Angaben eine “jugenddiakonische Arbeitsgemeinschaft” auf die Beine, in der Jugendliche und junge Erwachsene unter anderem durch entsprechende Schulungen “zum Dienst am Mitmenschen befähigt werden und in denen sie ihr diakonisches Potential entfalten können.”

In seinen Grußworten betonte Synodenpräsident Peter Krömer “Auch in diesem Jahr ist es wichtig, dass wir den Diakoniepreis verleihen dürfen, ist er doch eine Auszeichnung für bestimmte Leuchtturmprojekte, die zum Nachahmen animieren sollen.” Thomas Haider, stellvertretender Direktor der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, die den jährlich vergebenen Diakoniepreis heuer zum 21. Mal stiftete, hob “Empathie und Eigenverantwortung” hervor, die alle eingereichten Projekte auszeichne.

Für das Diakoniezentrum Gols nahm dessen Leiter Christian Göltl den Preis entgegen. Er bezeichnete das Projekt als “Win-Win-Situation für alle Beteiligten”. 2015 sei nach dem Abriss zweier Häuser ein Garten entstanden, der mit seinem Eiscontainer mittlerweile “eine Begegnungszone für die gesamte Ortsbevölkerung” bilde, in der viele Kulturen zusammenkämen.

Leonhard Jungwirth, Lehrvikar und Initiator der “DIyoungKonie” in Mödling, betonte, dass die Suche nach Gemeinschaft als Motivation hinter dem Projekt stehe, “dass Jugendliche zusammenkommen und gemeinsam kreativ werden”. Es gehe auch nicht darum, den jungen Erwachsenen Themen vorzugeben, sondern die konkrete Ausgestaltung der jugenddiakonischen Projekte werde “mehr und mehr in die Hände motivierter Jugendlicher übergeben”.

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Lehrvikar Leonhard Jungwirth präsentierte das Siegerprojekt „DIyoungKonie“. Foto: epd/Uschmann

Emma Breit für beste vorwissenschaftliche Arbeit geehrt

Für ihre Untersuchung über die Grenzen künstlerischer Freiheit wurde am selben Abend Emma Breit vom Wiener Musikgymnasium mit dem Preis für die beste vorwissenschaftliche Arbeit geehrt. Sie hatte sich im Zuge ihrer Maturavorbereitung mit islamkritischen Karikaturen auseinandergesetzt. Bei der Preisvergabe zeigte sich Breit betroffen von den aktuellen Vorfällen in Frankreich, wo erst vor wenigen Tagen der Lehrer Samuel Paty ermordet worden war, nachdem er in seinem Schulunterricht entsprechende Karikaturen gezeigt hatte. “Der Sinn der Karikatur ist, dass sie auch wehtut. Wenn sie aber nur lächerlich macht, fehlt es ihr an Kritik, das muss man verurteilen”, unterstrich die Schülerin, die Bildung als “den größten Feind des radikalen Islam bezeichnete”. Der für Religionsunterricht zuständige Oberkirchenrat Karl Schiefermair würdigte die Arbeit der Schülerin, die “ein derart komplexes und umfangreiches Thema klar strukturiert und sprachlich bestens gemeistert” habe, indem sie das beginnend mit dem Karikaturenstreit von 2006 über die Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo 2015 aufbereite und “menschliche und menschenrechtliche Fragen” berücksichtige.

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Emma Breit, hier gemeinsam mit Oberkirchenrat Karl Schiefermair, analysierte in ihrer Arbeit den Streit um Mohammed-Karikaturen 2006 und den Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo 2015. Foto: epd/Uschmann

Bilder vom Reformationsempfang finden Sie unter: foto.evang.at

Auf dem YouTube-Kanal der Evangelischen Kirche in Österreich können Sie den Reformationsempfang auch im Nachhinein sehen.

ISSN 2222-2464

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