Diakonie: Eklatante Quartiernot für Asylwerber

Quartiere für Asylwerber und Flüchtlinge fehlen. (Foto: Wikipedia/Ikiwaner)
Quartiere für Asylwerber und Flüchtlinge fehlen. (Foto: Wikipedia/Ikiwaner)

Chalupka: „Öffnung der Kasernen muss veranlasst werden“

Wien (epdÖ) – Kritik am Innenministerium und den Behörden übt Diakonie-Direktor Michael Chalupka. „Menschen die nun einen Asylantrag stellen, sind offiziell obdachlos. Sie erhalten sogar eine offizielle Bescheinigung, dass sie selber für eine Meldeadresse sorgen müssen. Spätestens jetzt ist die Situation der neu ankommenden Flüchtlinge in Österreich völlig untragbar geworden“, betont Chalupka.

In den letzten Wochen konnten diejenigen unter den vielen durchreisenden Flüchtlingen, die in Österreich Asyl beantragen wollten, noch in einer Notunterkunft untergebracht werden. Die Hallen in Wien und an vielen Orten in Österreich, in denen viele hunderte Flüchtlinge lagern, waren bis zuletzt auch „Meldeadressen“ für Asylsuchende. Nun seien alle Schlafplätze vergeben, und die Polizei musste dazu übergehen, die asylsuchenden Menschen zwar zu registrieren, dann aber wegzuschicken. „Spätestens jetzt muss die Öffnung der Kasernen veranlasst werden, denn es besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Unterbringung“, so Chalupka. „AsylwerberInnen müssen nun selber eine Unterkunft finden. Das führt dazu, dass Familien mit Babys und auch sehr alte Menschen verzweifelt zu uns kommen, weil sie mit ihren Kindern kein Bett zum Schlafen haben.“

Mit der Obdachlosigkeit gehe außerdem einher, dass die Menschen, die oft krank und großteils von der Flucht vollkommen ausgelaugt sind, auch keine Krankenversicherung haben. „In diesen Fällen liegt die Hoffnung auf der Menschlichkeit der Ärzte, da diese geschundenen Menschen keinen Anspruch auf medizinische Versorgung haben. Und das ist in Österreich nicht tragbar“, sagt Chalupka abschließend.

ISSN 2222-2464