Bischof Bünker: Lehrlings-Abschiebungen stoppen

Obwohl die Situation in manchen Herkunftsländern als extrem gefährlich eingestuft wird, droht gut integrierten Lehrlingen die Abschiebung. Bischof Bünker kritisiert diese Praxis scharf. Foto: epd/Uschmann
Obwohl die Situation in manchen Herkunftsländern als extrem gefährlich eingestuft wird, droht gut integrierten Lehrlingen die Abschiebung. Bischof Bünker kritisiert diese Praxis scharf. Foto: epd/Uschmann

Die christlichen Gemeinden im Raum oberes Ennstal stehen hinter Hossein K., Mitarbeiter im Diakonissen Krankenhaus Schladming

Wien/Schladming (epdÖ) – Der scheidende evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker hat die herrschende Abschiebepraxis scharf kritisiert: „Es kann nicht sein, dass in Asylverfahren, die sehr ernste Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen haben, der Rechtsschutz derart ausgehebelt werden darf.“ Auch Justizminister Clemens Jabloner hat kürzlich in seiner Rede beim Forum Alpbach auf die rechtsstaatlich bedenkliche Praxis hingewiesen, Asylwerber so unmittelbar abzuschieben, dass sie nicht mehr dazu kämen, Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen.

Auf der aktuellen Abschiebeliste war auch Hossein K., Lehrling im Diakonissen Krankenhaus Schladming. Er soll abgeschoben werden, bevor er einerseits seine Lehre abschließen kann, andererseits bevor das Höchstgericht, das seinen Fall aktuell prüft, die Prüfung abschließen kann. Für ihn haben sich auch die christlichen Gemeinden im Raum Oberes Ennstal intensiv eingesetzt.

Zur Frage der Lehrlinge meinte Bünker: „Wir müssen für die jungen Menschen, die gut integriert sind und alles tun, um sich in Österreich ein Leben aufzubauen, jetzt eine faire Lösung finden.“

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ISSN 2222-2464