„Better Start“ hilft schwangeren Frauen und jungen Müttern

Beim Projekt "Better Start" der Einrichtung AmberMed bekommen unversicherte schwangere Frauen und junge Mütter professionelle Unterstützung und Hilfe, etwa durch Hebammen. (Foto: AmberMed/Nadja Meister)
Beim Projekt „Better Start“ der Einrichtung AmberMed bekommen unversicherte schwangere Frauen und junge Mütter professionelle Unterstützung und Hilfe, etwa durch Hebammen. (Foto: AmberMed/Nadja Meister)

150 Frauen und Neugeborenen wurde in den vergangenen 18 Monaten von AmberMed geholfen

Wien (epdÖ) – Schwangere Frauen und junge Mütter brauchen gute Unterstützung und eine besondere Gesundheitsversorgung. Doch gerade unversicherte Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund werden vom Gesundheitssystem nicht oder nicht vollständig erreicht. Mit dem Projekt „Better Start“ will der Diakonie Flüchtlingsdienst über seine Einrichtung AmberMed genau diese Frauen erreichen.

„Viele unserer Patientinnen müssen zahlreiche Hürden überwinden, um zumindest eine Basisversorgung zu erhalten: Sprachbarrieren, Informationsmangel, fehlende Aufenthaltserlaubnis, fehlende Krankenversicherung und vieles mehr. Viele haben kein regelmäßiges Einkommen und leben unterhalb der Armutsgrenze. Oft leiden sie auch unter den Folgen von Fluchterfahrungen, familiärer Mehrfachbelastung oder Gewalt“, sagt Carina Spak, Leiterin der Diakonie Ambulanz, am Mittwoch, 29. Juni, bei einer Pressekonferenz in Wien. Gerade in der Schwangerschaft beziehungsweise mit einem neugeborenen Kind stelle dies eine zusätzliche Belastung dar. In Folge würden viele Frauen kaum die Kraft finden, auf ihren eigenen Körper und ihre Gesundheit zu achten. Darüber hinaus bedarf es auch der Aufklärungsarbeit: Welche Lebensmittel sind gesund und welche nicht? Worauf muss ich bei der Hygiene achten? „In den Frauengesundheitsgruppen eines früheren Projekts bei AmberMed wurde deutlich, dass es unter den Patientinnen wenig Wissen zum Thema Schwangerschaft, über Risiken in der Schwangerschaft und über die Zeit nach der Geburt gibt“, berichtet Spak. So gibt es im Rahmen des Projekts „Better Start“ auch niederschwellige Kurse und Workshops in der jeweiligen Muttersprache, um die jungen Frauen und Familien gut vorzubereiten.

Monika Matal, Gynäkologin und ärztliche Leiterin von AmberMed ist überzeugt: „Es ist entscheidend, Krankheiten früh zu erkennen und zu behandeln. Das vermeidet Komplikationen in der Zukunft. Schwangerenbetreuung fördert das Gesundheitsbewusstsein nicht nur für Mutter und Kind, es profitiert die ganze Familie.“

Anfang 2004 wurde das Projekt Amber durch den Diakonie Flüchtlingsdienst ins Leben gerufen. Zunächst war die medizinische Versorgung der zahlreichen Obdachlosen und nicht-krankenversicherten Asylsuchenden das Ziel der Einrichtung. Im Laufe der Zeit wendeten sich immer mehr MigrantInnen, aber auch unversicherte ÖsterreicherInnen, an Amber, um medizinische Unterstützung zu erhalten. Seit August 2006 wird Amber in Form einer Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz und dem Diakonie Flüchtlingsdienst unter dem Namen AmberMed geführt.

„Better Start“ begann Anfang 2015, es läuft noch bis Ende Juni und geht anschließend in den Regelbetrieb über. Im Projektzeitraum nahmen ungefähr 150 Frauen und ihre Neugeborenen das Angebot in Anspruch. Weitere Informationen zum Angebot gibt es im Internet. Dort gibt es auch eine Informationsbroschüre in mehreren Sprachen zum Download.

ISSN 2222-2464