Abschied von Superintendent Paul Weiland

In St. Pölten ist der am 16. August völlig unerwartet verstorbene Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich Paul Weiland beigesetzt worden. Foto: epd/Uschmann
In St. Pölten ist der am 16. August völlig unerwartet verstorbene Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich Paul Weiland beigesetzt worden. Foto: epd/Uschmann

Landeshauptmann Pröll: „Seelsorger im besten Sinn des Wortes“

St. Pölten (epdÖ) Der Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, Paul Weiland, ist am Freitag in St. Pölten beerdigt worden. Angehörige und mehrere hundert Menschen aus der Evangelischen Kirche, der Ökumene, der Politik und dem öffentlichen Leben nahmen Abschied von Paul Weiland, der am vergangenen Sonntag völlig unerwartet verstorben war.

„Paul Weiland hat gelebt im Dienst an Jesus Christus“, sagte der Stellvertreter des Superintendenten, Senior Klaus Jürgen Romanowski, der die Einsegnung auf dem Hauptfriedhof in St. Pölten vornahm. „Je dichter unsere Reihen, umso deutlicher wird, wie er uns fehlt“, meinte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker vor den zahlreichen Trauergästen beim anschließenden Auferstehungsgottesdienst in der Kapelle des Landhauses. In seiner Predigt bezeichnete Bünker den verstorbenen Superintendenten als „liebevollen Kämpfer für Gerechtigkeit“. Weiland habe sich in zahlreichen Aufgabenfeldern als „verlässlicher Partner“ erwiesen, mit Sinn für Humor oder auch Verständnis für moderne Kunst, mit großer Neugier auf das Neue und mit Visionen. „Paul Weiland trat für den Zusammenhalt ein trotz aller Unterschiede, in der Kirche, in der Ökumene, in Niederösterreich und darüber hinaus“, sagte der Bischof und unterstrich Weilands Einsatz für die Diakonie. In „vertrauensvoller Offenheit“ habe sich Weiland immer dem Anderen zugewandt.

Für das Land Niederösterreich aber auch persönlich drückte Landeshauptmann Erwin Pröll seine Anteilnahme aus. Weiland sei „Seelsorger im besten Sinne des Worte“ gewesen: „Aufrichtig und aufrichtend, ruhig und beruhigend, überzeugt und überzeugend“, so der Landeshauptmann. Weiland habe es geschafft, den Glauben zu verkörpern und auch zu vermitteln. Durch seine „unglaubliche“ Fähigkeit auf die Menschen zuzugehen habe er viele Brücken gebaut, „zwischen den Menschen, den Konfessionen, der Kirche und der Politik“. Seine feste Verwurzelung mit dem Land sei deutlich geworden in seiner öffentlichen Arbeit und inneren Haltung.

Schon als Pressepfarrer sei es Paul Weiland wichtig gewesen, dass das Evangelium über die Grenzen der Kirchen hinausgeht, betonte Synodenpräsident Peter Krömer, Dieses Motivation habe Weilands Engagement als Obmann des Evangelischen Presseverbandes, des Evangelischen Bundes und der Bibelgesellschaft geprägt. In Niederösterreich habe Weiland die Gemeindediakonie auf eine tragfähige Grundlage gestellt. Mit seinem Wirken habe er „etwas für die Ewigkeit bewirkt“.

„Paul Weiland war ein besonders lieber Weggefährte und manchen von uns ein echter Freund“, sagte der steirische Superintendent Hermann Miklas. Das Superintendentenamt sei Weilands „Lebensrolle“ gewesen, „einen Paul Weiland in Pension konnte man sich nicht vorstellen“. Weiland selber habe er immer „sachlich, visionär und sprühend vor Ideen“ erlebt.

Für den römisch-katholischen Diözesanbischof Klaus Küng war Paul Weiland in den über elf Jahren der Zusammenarbeit zum ökumenischen „Partner und Freund“. Man sei ein „eingespieltes Team“ gewesen. Durch die Verbundenheit bei den wesentlichen Dingen habe man gemerkt, „dass das Verbindende stets größer war als das Trennende“, so Küng.

„Wir haben eine Ökumene der Freundschaft gelebt“, erzählte Abt Maximilian Fürnsinn vom Stift Herzogenburg. Weiland habe Lasten und Belastungen nicht gescheut, „ich habe seine unermüdliche Kraft eines guten Hirten bewundert, der immer da war und sich gleichzeitig auch um seine kranke Frau kümmerte“, betonte der Abt.

Von einem langjährigen Freund, der ein glühendes Christuszeugnis vorgelebt habe, sprach der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl. Er würdigte Weiland als „Medienmann von höchster Professionalität“ und als „Motor der Ökumene“, die nach eucharistischer Gastfreundschaft dränge.

„Man kann nicht all dem gerecht werden, wo Paul Weiland seine Stimme erhoben hat und für uns da war“, meinte Superintendentialkuratorin Gisela Malepour. Er habe „unendlich viel gegeben“, sein Tod hinterlasse eine große Lücke.

Paul Weiland leitete seit 1998 als Superintendent die Evangelische Kirche in Niederösterreich. Davor wirkte Weiland als Pressepfarrer, war Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes und der Kirchenzeitung „SAAT“.

Bilder von der Beerdigung und vom Auferstehungsgottesdienst finden Sie unter foto.evang.at

ISSN 2222-2464