Wien: Evangelische Woche im Zeichen Calvins

Kapitalismuskritik, Menschenrechte und der Hugenottenpsalter

Wien 2009 (epd Ö) – „Wo Gott erkannt wird, da wird auch Menschlichkeit gepflegt.“ Dieser Satz Johannes Calvins ist das Thema der diesjährigen „Evangelischen Woche“ in Wien, die ganz im Zeichen des 500. Geburtstages des Genfer Reformators steht. In der Veranstaltungsreihe des Evangelischen Bildungswerkes Wien, die vom 8. bis 14. März in der Lutherischen Stadtkirche, der Reformierten Stadtkirche, im Albert Schweitzer Haus sowie im Votiv-Kino stattfindet, sollen Calvins Impulse für die Gegenwart aufgezeigt werden.

Referenten sind der Wiener reformierte Systematiker Ulrich Körtner, der im Eröffnungsgot-tesdienst am 8. März in der Lutherischen Stadtkirche die Predigt hält (10.00 Uhr) und am 9. März über „Wirtschaft und protestantische Ethik. Zum Verhältnis von Calvinismus und Kapitalismus“ spricht, sowie der Freiburger Religionspädagoge Wilhelm Schwendemann, dessen Vortragsthema „Calvin, Castellio und die Menschenrechte“ lautet (10. März).

Was ist reformiert, was ist lutherisch?

Unterschiede und Gemeinsamkeiten der lutherischen und der reformierten Kirche debattieren in einer Podiumsdiskussion am 11. März der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der lutherische Bischof Michael Bünker, und am 12. März referiert der aus Südafrika stammende Wiener Alttestamentler Alfred Loader über den politischen Missbrauch der reformierten Erwählungslehre in der südafrikanischen Apartheidspolitik unter dem Thema „Israels Erwählung durch eine Brille von Calvinkleindesign“.

Im Votiv-Kino wird am 13. März um 16.00 Uhr der Film „Let’s make money!“ von Erwin Wagenhofer gezeigt (1090 Wien, Währinger Straße 12). Anschließend sprechen die Geschäftsführerin der Evangelischen Akademie Wien, Waltraut Kovacic, und der Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, Michael Bubik, im Albert Schweitzer Haus mit dem Regisseur über seinen Film (nur mit Anmeldung: 408 06 95-0 oder ta.gn1513422731ave@e1513422731imeda1513422731ka1513422731).

Seltene Vertonungen des Hugenottenpsalters

Den Schlusspunkt der Veranstaltungen bildet ein Konzert mit selten gehörten Vertonungen des Hugenottenpsalters aus dem 16. und 17. Jahrhundert am 14. März um 19.30 in der Reformierten Stadtkirche unter der Leitung von Landeskantor Matthias Krampe. Es singt ein Ensemble des Albert Schweitzer Chores, begleitet von einem Bläserconsort mit Originalinstrumenten. Der frühere reformierte Landessuperintendent Peter Karner liest aus der von ihm und Josef Dirnbeck geschaffenen Übertragung des Hugenottenpsalters, und die lutherische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner spricht einleitende Worte.

Die Vorträge und die Podiumsdiskussion finden jeweils um 19.30 Uhr im Albert Schweitzer Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13, statt. Karten für die Vorträge und Diskussionen sind an der Abendkassa erhältlich, für das Abschlusskonzert beim Evangelischen Bildungswerk (Tel. 0699/188 77 885 oder ta.kr1513422731ewsgn1513422731udlib1513422731-gnav1513422731e@gnu1513422731tlawr1513422731ev1513422731), an den Abendkassen vor den Vorträgen sowie vor dem Konzert. Für die Filmvorführung sind Karten zu reservieren.

ISSN 2222-2464