Weltkirchenrat fordert gemeinsamen Ostertermin

Heuer feiern orthodoxe, evangelisch und katholische Christinnen und Christen das Osterfest am selben Tag

Genf, 7. April 2004 (epd) Der Weltkirchenrat hat einen gemeinsamen Ostertermin von westlicher und östlicher Christenheit gefordert. Die Kirchen hätten bislang in ihren Anstrengungen versagt, dieses „Fest aller Feste“ am selben Tag zu begehen, erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Samuel Kobia, in seiner in Genf veröffentlichten Osterbotschaft. Zufällige Ausnahmen wie das diesjährige Osterfest, an dem Orthodoxe, Katholiken und Protestanten zeitgleich feiern, seien ein Ansporn dafür, „sich dauerhaft auf ein gemeinsames Datum zu verständigen.“

In der Regel feiern die weltweit rund 215 Millionen Orthodoxen Ostern mit zum Teil wochenlangem Abstand zum Rest der Christenheit. Grund sind unterschiedliche Kalender. Während die orthodoxen Christen den Ostertermin nach dem älteren Julianischen Kalender berechnen, folgen die anderen Kirchen dem im 16. Jahrhundert eingeführten Gregorianischen Kalender. Bisherige Versuche zu einer Einigung schlugen bislang fehl. In den nächsten zehn Jahren fällt Ostern bei allen Konfessionsfamilien jedoch fünf Mal auf denselben Termin.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) repräsentiert 342 Kirchen in über 120 Ländern auf allen Kontinenten. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber in bestimmten Bereichen mit dem ÖRK zusammen.

ISSN 2222-2464