Synode H.B. fordert bessere Versorgung von Menschen in Not

Die Synode H.B. kritisiert das verschärfte Bettel- und Campierverbot in Vorarlberg und stellt sich hinter den Pfarrer von Dornbirn, der sich für Roma-Familien einsetzt. (Foto: Wikimedia/Böhringer)
Die Synode H.B. kritisiert das verschärfte Bettel- und Campierverbot in Vorarlberg und stellt sich hinter den Pfarrer von Dornbirn, der sich für Roma-Familien einsetzt. (Foto: Wikimedia/Böhringer)

Kritik an Verschärfung des Bettel- und Campierverbots in Vorarlberg

Wien (epdÖ) – Mit einer Stellungnahme meldet sich die Synode der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich zu der Debatte um Notreisende in Dornbirn zu Wort. „Die Synode sieht die politischen Gemeinden und das Land Vorarlberg in der Verantwortung für eine menschenwürdige Unterbringung, eine grundsätzliche Versorgung mit Lebensmitteln und jedenfalls in medizinischen Notfällen eine Behandlung der Notreisenden“, heißt es in der Stellungnahme vom 7. Dezember. Hintergrund ist der von vielen Seiten kritisierte Umgang der öffentlichen Hand mit Notreisenden, speziell Angehörigen der Volksgruppe der Roma sowie die Gesetzesverschärfungen in Bezug auf Betteln und Campieren. Bereits Mitte November hatte sich die Gemeindevertretung der evangelischen Pfarrgemeinde Dornbirn in einer Erklärung hinter ihren Pfarrer Michael Meyer gestellt, der sich gemeinsam mit seiner Familie für die betroffenen Roma-Familien einsetzt. Zugleich hat die Gemeindevertretung betont, ihren Pfarrer „bei der Unterbringung und überbrückenden Versorgung der armen rumänischen Familie, deren Kind als Frühchen in Dornbirn im Oktober zur Welt kam, zu unterstützen“.

„Bezugnehmend auf die europäische Strategie zur Integration der Roma kann vor Ort in Vorarlberg Armut bekämpft und überwunden werden. Wir mahnen daher auch die Verantwortung für die Integration der Notreisenden in Vorarlberg ein und begrüßen jeden Schritt, der Menschen von der Straße wegbringt und – besonders mit Blick auf die Kinder – in gesicherte Bildungs- und Arbeitsverhältnisse führt“, heißt es nun in der Stellungnahme der Synode H.B., die am Montag, 7. Dezember, in Wien tagte. Die Synode ist das höchste gesetzgebende Gremium der Evangelischen Kirche. In der Synode H.B. beraten Delegierte aus allen evangelisch-reformierten Pfarrgemeinden Österreichs.

ISSN 2222-2464