Synodalausschüsse tagten in Wien

Evangelische Kirche unterstützt Volksbegehren für einen Sozialstaat – Haushaltsplan 2002 – Neue Kirchenmusikerstellen

Wien, 21. November 2001 (epd Ö) Die Evangelische Kirche A.u.H.B. unterstützt das Volksbegehren für einen Sozialstaat. Bei ihrer Sitzung am Dienstag, 20. November, in Wien, sprachen sich die Synodalausschüsse A.B. und H.B. nach einer kontroversiellen Diskussion mehrheitlich für eine Unterstützung des Volksbegehrens aus. Ein überparteiliches Komitee fordert im Rahmen des angestrebten Volksbegehrens die verfassungsgesetzliche Verankerung des Sozialstaates und damit die Sicherung sozialer Errungenschaften. Die burgenländische Superintendentin Mag. Gertraud Knoll, die auch im Proponentenkreis der Initiative vertreten ist, erwartet sich von der verfassungsgesetzlichen Verankerung die Minimierung sozialer Differenzen und die Bekämpfung der Armut. Der juristische Oberkirchenrat, MMag. Robert Kauer, hatte dagegen erklärt, „aus grundsätzlichen Überlegungen“ das Volksbegehren nicht zu unterstützen.

Haushaltsplan 2002 angenommen

Einen Schwerpunkt der Beratungen des Synodalausschusses A.B. bildete der Haushaltsplan 2002, der bei Einnahmen in der Höhe von rund 286 Millionen Schilling (rund 20,8 Millionen Euro) und Ausgaben in der Höhe von rund 294 Millionen Schilling (rund 21,37 Millionen Euro) verabschiedet wurde. Dem Haushaltsplan liegen 251 Stellen für geistliche Amtsträger und 15 Stellen für in Ausbildung befindliche geistliche Amtsträger zu Grunde. Die Ursache für den präliminierten Abgang in der Höhe von rund 8 Millionen Schilling (581.000 Euro) liege, wie der Präsident des Synodalausschusses, RA Dr. Peter Krömer, erklärte, in den Um- und Zubauarbeiten im Zusammenhang mit der Errichtung des Evangelisch-religionspäda-gogischen Instituts, der Evangelisch-religionspädagogischen Akademie und des Predigerseminars am gemeinsamen Standort Severin-Schreiber-Gasse 1 in Wien 18.

Ausführlich beriet der Synodalausschuss A.B. über das Evangelische Schulwerk Oberschützen und die beabsichtigte Schließung des staatlichen Bundesschülerheimes in Oberschützen. In diesem Zusammenhang betonte der Synodalausschuss die große gesamtkirchliche Bedeutung des Schulwerkes in Oberschützen.

Hauptamtliche Kirchenmusikerstellen für Superintendenzen

Beschlossen wurde ferner, für jede Superintendenz eine hauptamtliche Kantorstelle einzurichten, die zu 25% vom gesamtkirchlichen Haushalt finanziert wird. „Durch diese Maßnahme sollen die Superintendenzen ermutigt werden, hauptamtliche Kirchenmusikerstellen zu errichten“, erwartet Synodalpräsident Krömer.

Die Baukollekte 2002 wurde in geheimer Abstimmung an die Evangelische Pfarrgemeinde Neukematen vergeben. Angenommen hat der Synodalausschuss auch die Denkschrift „Verantwortung für das Leben“ zu Fragen der Biomedizin.

ISSN 2222-2464