Superintendent Müller-Marienburg zum Tag gegen Homophobie

Superintendent Müller-Marienburg: Homosexuelle leben in Österreich auf der "guten Seite der Welt". Foto: epd/M. Uschmann
Superintendent Müller-Marienburg: Homosexuelle leben in Österreich auf der "guten Seite der Welt". Foto: epd/M. Uschmann

„Noch nicht am Ziel angekommen“

St. Pölten (epdÖ) – Zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie am Donnerstag, 17. Mai, hat sich der niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg zu Wort gemeldet. Lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und queere Menschen lebten in Österreich „auf der ‚guten‘ Seite der Welt“, so der Superintendent wörtlich. Ihnen drohe – anders als in vielen Teilen der Erde – weder Gefängnis- noch Todesstrafe. Zugleich betonte Müller-Marienburg, „sind wir erst am Ziel, wenn kein Jugendlicher und keine Jugendliche mehr Angst vor Ausgrenzung oder Herabwürdigung durch Freunde, Schulkolleginnen, Lehrer oder die eigene Familie haben muss.“ Gleichberechtigung sei erst dann gegeben, „wenn man sich nicht mehr Gedanken machen muss, an welchen Orten man mit einem Menschen Hand in Hand geht – und wo besser nicht.“

Lars Müller-Marienburg, seit 2016 im Amt, ist der erste Superintendent der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte. Im Zuge seines Amtsantritts hatte der gebürtige Deutsche in einem Interview erklärt: „Ich habe zu den Leuten gesagt, sie müssen das nicht toll finden mit dem Schwulsein. Sie müssen mir nur meinen Glauben glauben. Sie müssen mir glauben, dass ich mit Gott unterwegs bin und dass ich auch eine Sehnsucht nach Gott habe und es gut meine mit der Kirche.“

Seit 2005 wird der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie als Aktionstag begangen. Das Datum bezieht sich auf den Tag im  Jahr 1990, an dem sich die Weltgesundheitsorganisation WHO dazu entschied, Homosexualität nicht mehr als Krankheit einzustufen.

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ISSN 2222-2464