Schumann rät PfarrerInnen zur Schwerpunktsetzung

Damit Pfarrerinnen und Pfarrer nicht ausbrennen, müssten sie lernen "Nein" zu sagen, betonte VEPPÖ-Obmann Stefan Schumann. Foto: epd/Uschmann
Damit Pfarrerinnen und Pfarrer nicht ausbrennen, müssten sie lernen "Nein" zu sagen, betonte VEPPÖ-Obmann Stefan Schumann. Foto: epd/Uschmann

Verein Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer hielt Hauptversammlung in Mürzzuschlag

Mürzzuschlag (epdÖ) – Wo Arbeit endet und Freizeit beginnt, lässt sich nicht mehr ausmachen – immer erreichbar und am Laufenden zu sein ist der Teil der Arbeitskultur geworden. Dass dies gerade für Pfarrerinnen und Pfarrer zutreffe, betonte der Obmann des Vereins evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Österreich (VEPPÖ) auf der diesjährigen Hauptversammlung am Montag, 26. August, in Mürzzuschlag. Angesichts des steigenden Arbeitsdrucks und der oft überfordernden Erwartungshaltungen riet der VEPPÖ-Obmann zur Schwerpunktsetzung. Anders könne eine notwendige Work-Life-Balance nicht erreicht werden.

Auch wenn Pfarrerinnen und Pfarrer „niemals mit einer Stundenabrechnung beginnen“, sollte die Arbeitswoche und ihre Struktur grundsätzlich geplant werden, wobei Schumann von einer „Normwoche“ mit sechs Tagen zu acht Stunden ausgeht. In den Gemeinden sollten Pfarrerinnen und Pfarrer verstärkt eigene Profile entwickeln und kommunizieren. Dabei müssten sie gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Gemeinden auf „erfüllbare Amtsaufträge und Strukturen“ achten“. Dies helfe dem Arbeitsklima und vermeide Spannungsfelder aus vermeintlichen Enttäuschungen heraus.

Damit Pfarrerinnen und Pfarrer nicht ausbrennen, müssten sie lernen „Nein“ zu sagen, ist Schumann überzeugt. Dafür brauche es auch das Vertrauen der weltlichen Verantwortlichen, die „dieses Nein akzeptieren und mittragen“ und „gemeinsam mit den Pfarrerinnen und Pfarrern den Mut zur Lücke leben“.

Handlungsbedarf sieht der VEPPÖ-Obmann auch bei einem anderen Personalthema: In Österreich zeige sich wie in Deutschland, dass ununterbrochene Erwerbstätigkeit auch im Pfarrerberuf männlich sei und dass Pfarrerinnen mit Kindern prozentuell mehr Teildienste übernehmen. Dafür müssten, so Schuhmann, die richtigen Strukturen geschaffen werden, ebenso für Vertretungsdienste während längerer Karenzzeiten. In der weiteren Personalentwicklung rechnet der VEPPÖ-Obmann mit einem vermehrten Bedarf an Teilzeitstellen und regte zu diesem Themenkomplex eine gesamtkirchliche Arbeitsgruppe an.

ISSN 2222-2464