Religionsgemeinschaften wollen Gemeinsamkeiten stärken

Treffen der Religionsvertreter mit Bundeskanzler Faymann

Wien, (epd Ö) – Die in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften haben sich am Dienstag für einen verstärkten Dialog ausgesprochen. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Vertretern aller 14 anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften mit Bundeskanzler Werner Faymann am Dienstag in Wien. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei das Verständnis füreinander wichtiger als die Gegensätze, betonte Faymann nach dem rund einstündigen Gespräch. Er dankte den Religionsvertretern für ihre Bereitschaft, die Gemeinsamkeiten in Österreich zu stärken, und kündigte für den Herbst ein weiteres Treffen an.
Wie der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker nach dem Gespräch gegenüber epd Ö erklärte, wurden am Dienstag auch Ideen in Bezug auf Jugendliche besprochen. Dabei hätten die Religionsvertreter den „positiven Wert des Religionsunterrichts“ betont, wo Jugendliche „lernen, mit verschiedenen religiösen Überzeugungen in Respekt und Achtung umzugehen“. Der Bischof zeigte sich erfreut, dass nun mit dem Treffen zwischen dem Bundeskanzler und den Religionsvertretern auch in Österreich der kontinuierliche Dialog der politisch Verantwortlichen mit den Religionsgemeinschaften realisiert werde. Dabei gehe es um die Frage, „was Kirchen und Religionsgemeinschaften beitragen können für eine integrative Gesellschaft, die auch in wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten die Solidarität stärkt gegenüber dem Auseinanderdriften und gegenseitigen Aufhetzen“. So seien auch bei dem Treffen die wirtschaftlichen Fragen, Themen wie Arbeitslosigkeit, Mindestsicherung und Integration angesprochen worden. Die Kirchen erinnerten laut Bünker daran, „Zuwanderung nicht nur unter dem Vorzeichen der Probleme, sondern auch als etwas Positives“ zu sehen. Pluralität sei auch für die Gesellschaft in Österreich „positiv und wertvoll“.
„Es geht um die Stärkung der Gemeinsamkeit sowohl in der Jugend wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen“, sagte Kardinal Christoph Schönborn nach dem schon länger geplanten Treffen. Die Begegnung sieht Schönborn als einen „ersten guten Schritt“. Thematisiert wurde dabei laut Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), auch die „inakzeptable Sprache“ im abgelaufenen EU-Wahlkampf. „Da waren wir einer Meinung, dass dabei die Grenze des Tolerierbaren überschritten wurde“, so Schakfeh gegenüber Journalisten.

ISSN 2222-2464