Parlamentarier feiern ökumenischen Gottesdienst vor erster Sitzung

Feierten mit den Parlamentariern in der Hofburgkapelle: der orthodoxe Pater Athanasius Buk, der römisch-katholische Militärbischof Werner Freistetter und der evangelische Bischof Michael Chalupka (v.l.). Foto: epd/Uschmann
Feierten mit den Parlamentariern in der Hofburgkapelle: der orthodoxe Pater Athanasius Buk, der römisch-katholische Militärbischof Werner Freistetter und der evangelische Bischof Michael Chalupka (v.l.). Foto: epd/Uschmann

Chalupka: Respekt für Politiker statt „pauschaler Abwertung“

Wien (epdÖ) – Vor der konstituierenden Sitzung des Nationalrates haben die neugewählten Parlamentarier am Mittwoch, 23. Oktober, in der Wiener Hofburgkapelle einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Unter den rund 100 Mitfeiernden waren Abgeordnete aus allen Fraktionen. Den Gottesdienst mit den Abgeordneten feierten der evangelische Bischof Michael Chalupka, der römisch-katholische Militärbischof Werner Freistetter und der orthodoxe Geistliche Pater Athanasius Buk. Die Mandatare haben damit eine Gepflogenheit fortgesetzt, die vor fünf Jahren in der vorletzten Gesetzgebungsperiode begonnen hat.

In der Predigt unterstrich Chalupka seinen Respekt für all jene, „die sich mit großem Engagement für demokratisch verantwortete politische Überzeugungen einsetzen“. Er kenne viele Politikerinnen und Politiker, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und von hohen Idealen angetrieben seien, so Chalupka, der sich gegen eine „pauschale Abwertung“ von Politkern verwahrte. „Dass Politiker – insbesondere in den sozialen Netzwerken – heute manchmal fast so schon etwas wie Freiwild sind, geht an vielen nicht spurlos vorüber“, gab der frühere Diakonie-Direktor zu bedenken.

Vor diesem Hintergrund sollten gerade politisch Verantwortliche darauf achten, dass sie Geist, Seele und Leib unversehrt halten, so der Bischof unter Bezugnahme auf den beim Gottesdienst verlesenen Text des Apostels Paulus. Der christliche Glaube und die Verankerung in der eigenen Tradition könne dabei helfen, so Chalupka, denn: „Als Christen wissen wir, dass wir uns nicht selbst überlassen sind, sondern unserem Heiland Jesus Christus.“

Weil richtig verstandene Politik immer eine „gemeinsame Sache“ sei, die auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist, gelte auch für sie die Überzeugung, „dass niemand alleine sich selbst überlassen ist“. Von daher seien Politiker gegenwärtig mit großen Erwartungen konfrontiert: „Die Bewahrung der Schöpfung verlangt ein Umdenken und einschneidende Maßnahmen, die Betreuung und Pflege der älteren Menschen muss auf neue Beine gestellt werden, und kein Kind darf am Bildungsweg zurückgelassen werden.“

Eröffnet wurde die ökumenische Liturgie von römisch-katholischen Militärbischof Werner Freistetter. So wie diese Feier „mit der Bitte um Gottes Hilfe“ eröffnet worden sei, mögen auch die Parlamentarier ihren politischen Dienst beginnen. Die Hinwendung zu Gott „eröffnet einen Raum des Vertrauens und zeigt an, dass es nicht allein auf uns ankommt, um das Beste für unser Land zu tun“, so der Bischof.

Die Initiative zum ökumenischen Gottesdienst mit den Parlamentariern ging wie schon in den Vorjahren vom Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, aus, der für Einladung und Vorbereitung zuständig war. Für die musikalische Gestaltung sorgte das Vokalensemble St. Stephan unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Landerer.

Die Predigt von Michael Chalupka finden Sie hier im vollen Wortlaut.

Honorarfreie Bilder von der Feier sind verfügbar unter: foto.evang.at

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ISSN 2222-2464