Österreichische Kirchen wollen Nachhaltigkeit forcieren

Landessuperintendent und ÖRKÖ-Vorsitzender Thomas Hennefeld mahnte zu einem sorgsamen Umgang mit der Umwelt, damit diese auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibe. Foto: pxhere
Landessuperintendent und ÖRKÖ-Vorsitzender Thomas Hennefeld mahnte zu einem sorgsamen Umgang mit der Umwelt, damit diese auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibe. Foto: pxhere

ÖRKÖ-Gottesdienst zur kirchlichen Schöpfungszeit in Wien

Wien (epdÖ) – Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit sollen in Zukunft vermehrtes Anliegen des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) sein. Das war der Tenor des offiziellen ÖRKÖ-Gottesdienstes zur kirchlichen Schöpfungszeit am Donnerstag, 20. September, in Wien. Der Gottesdienst unter dem Motto „Alles beginnt mit der Knospe“ fand in der Vienna Business School im ersten Bezirk statt und wurde von den Schülerinnen und Schülern gestaltet. Mit den Jugendlichen feierten der reformierte Landessuperintendent und ÖRKÖ-Vorsitzende Thomas Hennefeld, die lutherische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler, der langjährige Direktor der Katholischen Sozialakademie, Alois Riedlsperger, der orthodoxe Priester Jovan Alimpic und Pilgrim-Direktor Johann Hisch.

Hennefeld rief die Schülerinnen und Schüler zu einem sorgsamen Umgang mit der Umwelt auf, damit diese auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibe. Es brauche zugleich auch den kritischen Blick auf die Politik, ob sich diese für Nachhaltigkeit, Vielfalt und soziale Verträglichkeit stark mache.

„Noch nie waren wir so gut versichert und noch nie waren wir zugleich so verunsichert und so voller Sorgen“, sagte Oberkirchenrätin Ingrid Bachler in ihrer Predigt und sprach dabei auch kritisch die derzeitigen politischen Sicherheitsdebatten an. Sie ermutigte die Schüler, sich in diesem Schuljahr auf „Unerwartetes“ einzulassen und dem Wort Gottes in ihrem Leben eine Chance zu geben.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurden Sozialprojekte der Schülerinnen und Schüler präsentiert, so beispielsweise die Aktion „Gastro am Gürtel“, bei der Jugendliche den Mutter-Teresa-Schwestern in Wien bei der Verköstigung von Obdachlosen helfen. Andere Projekte betrafen u.a. den Einsatz für Senioren oder für die notleidende Bevölkerung im Tschad. Die Vienna Business School ist eine Pilgrim-Schule. Zahlreiche Projekte fanden im Rahmen der Pilgrim-Vorgaben statt.

Das ökumenische und interreligiöse „Pilgrim“-Netzwerk besteht seit 15 Jahren. In „Pilgrim“-Schulen wird in verschiedenen interkonfessionellen und interreligiösen Aktionen das Ziel umgesetzt, Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Verbindung mit Spiritualität zu fördern. Grundsätzlich verpflichtet sich jede „Pilgrim“-Schule, mindestens eine fächerübergreifende Aktion pro Schuljahr durchzuführen und diese durch einen Bericht zu dokumentieren.

Die Andacht fand im Rahmen der kirchlichen Schöpfungszeit statt, die von 1. September bis 4. Oktober dauert. Bis zum Fest des Heiligen Franziskus (4. Oktober) finden österreichweit themenbezogene Veranstaltungen und Gottesdienste statt. Bereits 1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios, „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ eingeladen, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“. Diese Initiative wurde 1992 von der gesamten orthodoxen Kirche begrüßt und übernommen, katholische und evangelische Ortskirchen folgten.

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ISSN 2222-2464