„Kreuzklang“ am Karfreitag: „Die sieben letzten Worte Jesu“

Noch einmal Kreuzklang am Karfreitag: Musikalische und tänzerische Improvisationen treffen auf meditative Betrachtungen. Foto: Kreuzklang
Noch einmal Kreuzklang am Karfreitag: Musikalische und tänzerische Improvisationen treffen auf meditative Betrachtungen. Foto: Kreuzklang

Meditationen von Bischof Bünker und musikalische Improvisationen

Wien (epdÖ) – Eine zeitgenössische Hommage an die Musik- und Glaubensgeschichte bildet die diesjährige und letzte Ausgabe der Konzertreihe „Kreuzklang“. In der Wiener Lutherischen Stadtkirche erklingen am Karfreitag, 19. April, die „sieben letzten Worte Jesu am Kreuz“, nicht aber in der bekannten Fassung Joseph Haydns – uraufgeführt am Karfreitag 1787 – sondern als Improvisationen für Orgel, Electronics, Akkordeon und Tanz.

Improvisation ist für mich die Kunst des Umgangs mit dem Unvorhergesehenen“, sagt Robert Michael Weiß, der auch an diesem Abend für seinen elektronischen Beitrag Zufallsfunktionen implementiert, „die dem spontanen Überraschungspotential eines mitspielenden Musikers, einer mitspielenden Musikerin nahe kommen“. An der Orgel ist der frühere Dommusikdirektor Peter Planyavsky zu hören, Johannes Müntzer spielt am Akkordeon, Doris Bucher-Reisinger bietet Tanzimprovisationen. Dazwischen liegen meditative Betrachtungen von Bischof Michael Bünker, der seit Beginn der Reihe im Jahr 2010 Texte beigesteuert hat.

Konzipiert hat den Abend Hanns Christian Stekel, Direktor der Johann Sebastian Bach Musikschule. Er vergleicht die musikalische Improvisation mit dem Zungenreden bei den frühen ChristInnen: „Sie lassen die Gemeinde oder das Publikum teilhaben an ihrer tiefen persönlichen Erfahrung des Moments, und schaffen damit einen Augenblick einmaliger Ursprünglichkeit, der sich dem Wunsch des modernen Menschen nach einer Möglichkeit, alles festzuhalten, auf besondere Weise widersetzt.“

„Kreuzklang – Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz“: zu erleben am Karfreitag, 19. April (20 Uhr) in der Lutherischen Stadtkirche (Dorotheergasse 18, 1010 Wien). Der Eintritt ist frei.

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ISSN 2222-2464