Kleinbauern stärken, um Hunger zu bekämpfen

Im Bild: Mitglieder einer Nahrungsmittelkooperative in Ruanda (Foto: Karin Desmarowitz/Brot für die Welt)
Im Bild: Mitglieder einer Nahrungsmittelkooperative in Ruanda (Foto: Karin Desmarowitz/Brot für die Welt)

Bischof Bünker zum Welternährungstag: „Hunger ist kein Schicksal, sondern gemacht“

Wien (epdÖ) – Anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober kritisieren FIAN Österreich, eine Menschenrechtsorganisation, die sich für das Recht auf Nahrung einsetzt, und Brot für die Welt die wachsende Kontrolle kapitalstarker Agrar- und Lebensmittelkonzerne über das globale Ernährungssystem. Dabei seien politische Partizipation und Stärkung der Investitionsfähigkeit von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern der Schlüssel zu nachhaltiger Hungerbekämpfung, so die Hilfsorganisationen.

Die zunehmend institutionalisierte Einflussnahme von Agrar- und Nahrungsmittelkonzernen auf politische Entscheidungsgremien gefährde die Ernährung von Millionen Menschen weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „Right to Food and Nutrition Watch 2014“, der von Brot für die Welt und FIAN mit herausgegeben wird. Die aktuelle Ausgabe untersucht, welche Schritte seit Verabschiedung der Leitlinien für das Recht auf Nahrung 2004 unternommen wurden, um das Recht auf Nahrung zu verwirklichen.

Das Recht auf Nahrung bleibt laut Bericht auch 2014 das am häufigsten systematisch verletzte Menschenrecht weltweit. „Das Recht auf Nahrung ist ein verbrieftes Menschenrecht“, betont der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, Schirmherr von Brot für die Welt. „Auch die Staaten der EU haben eine moralische Pflicht, betroffene Gebiete bei der Bekämpfung des Hungers zu unterstützen. Hunger ist nämlich kein Schicksal, sondern gemacht.“

Der diesjährige Bericht fordert die Demokratisierung der globalen Steuerungsprozesse, um dem Recht auf Nahrung zur Durchsetzung zu verhelfen. Die politische Partizipation der am meisten von Hunger und Mangelernährung betroffenen Bevölkerungsgruppen an der Planung, Entwicklung, Durchführung und Bewertung politischer Maßnahmen sei der Schlüssel, um den Hunger nachhaltig zu bekämpfen. „Die meisten Hungernden sind Kleinbauern und -bäuerinnen, obwohl sie fast 80 Prozent der Nahrungsmittel in Entwicklungsländern produzieren. Deshalb müssen sich Investitionen und Entscheidungen zur Hungerbekämpfung an ihren Interessen orientieren und ihr Recht auf Nahrung respektieren“, sagt Philipp Salzmann, Vorstandsvorsitzender von FIAN Österreich.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Leitlinien zum Recht auf Nahrung veröffentlichte FIAN ein Video im Internet. Darin kommen laut der Hilfsorganisation jene Menschen zu Wort, die jeden Tag für das Recht auf Nahrung kämpfen.

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ISSN 2222-2464