Evangelische Kirche: Stabile Mitgliederzahlen

Bischof Bünker: „Jeder Austritt ist einer zu viel.“

Wien (epd Ö) – Eine relativ stabile Entwicklung der Mitgliederzahlen weist die jüngste Statistik der Evangelischen Kirche A. und H.B. in Österreich aus. Von „Rekordwerten“ bei Austritten ist die Evangelische Kirche weit entfernt, den-noch stiegen die Austritte im Jahr 2009 um 3,38 Prozent an. Insgesamt traten im letzten Jahr 3122 Personen aus der Evangelischen Kirche aus und 811 (-1,93 %) in die Kirche ein. Die Statistik weist 2652 evangelische Taufen (-9,18 %) aus und 3461 Beerdigungen (-8,92 %).

Unter Berücksichtigung der Zu- und Wegzüge gehörten mit Ende des Vorjahres 325.314 Personen der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich an (- 0,69 %). Auch die Statistik von 2009 zeigt somit trotz der geringfügigen Steigerung bei den Austritten, dass sich diese auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Vorjahren bewegen. 2004 traten beispielsweise 3347 Personen aus der Evangelischen Kirche aus. Anzumerken ist, dass der Rückgang bei der gesamten Mitgliederzahl in dieser Statistik nicht nur durch die tatsächlichen Bewegungen, sondern auch durch eine Bereinigung des Datenbestandes mitbeeinflusst ist. 2009 wurden die Datenbestände der einzelnen evangelischen Pfarrgemeinden erstmals in eine zentrale Mitgliederdatenbank übergeführt, sodass bisherige einzelne Doppelerfassungen bereinigt werden konnten.

„Jeder Austritt ist einer zu viel“, sagt Bischof Michael Bünker zu den jüngsten Zahlen, „die ausgetretenen Menschen wollen wir zurückgewinnen“. Langfristiges Ziel müsse sein, „mehr Eintritte als Austritte zu haben“, so der Bischof.

Die Mitgliederzahlen nach Diözesen:
Burgenland: 33.947 (- 0,48 %)
Kärnten und Osttirol: 53.720 (- 0,35 %)
Niederösterreich: 40.373 (- 0,29 %)
Oberösterreich: 52.546 (- 0,72 %)
Salzburg und Tirol: 28.874 (+ 0,3 %)
Steiermark: 42.902 (- 1,54 %)
Wien: 59.186 (- 1,36 %)

ISSN 2222-2464