Diakonie fordert Evakuierung griechischer Flüchtlingslager

Geflüchtete in einem Camp auf der griechischen Insel Lesbos. Foto: wikimedia/L-BBE cc by 3.0
Geflüchtete in einem Camp auf der griechischen Insel Lesbos. Foto: wikimedia/L-BBE cc by 3.0

Europäische Länder sollen sich mit Griechenland solidarisch zeigen

Wien (epdÖ) – Angesichts der aktuellen Situation an der griechisch-türkischen Grenze fordert die Diakonie eine Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln. Das teilte die evangelische Hilfsorganisation am Montag, 2. März, in einer Aussendung mit. Besonders gefährdete Menschen wie unbegleitete Minderjährige und Frauen oder Familien mit Kindern müssten sofort evakuiert werden, so Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Sie sprach sich für eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage aus: „Dass sich andere europäische Länder mit Griechenland solidarisch zeigen und Menschen aus den Lagern aufnehmen, ist im Rahmen der Dublin-Vereinbarung problemlos möglich.“

Damit die Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen, „nicht zum Spielball der Politik werden, muss Europa der humanitären Katastrophe, die sich derzeit an der griechisch-türkischen Grenze und in Griechenland abspielt, durch geordnete Hilfe für die Betroffenen begegnen und sofort entsprechende Maßnahmen setzen“, so Moser in Bezug auf die Aussage von Innenminister Karl Nehammer, der in der ZIB 2 erklärt hatte, er fände es generell bedenklich, wenn man mit dem Schicksal und dem Leid von Menschen Politik mache. Es würde Österreich gut anstehen, sich an die Spitze des Einsatzes für humanitäre Lösungen zu stellen, ist Moser überzeugt. „Pogrome gegen Flüchtlinge drohen. In einer solchen Situation das Augenmerk vornehmlich auf Grenzschutz zu richten, ist eine moralische Bankrotterklärung Europas.“

Für Flüchtlinge in der Türkei, wo sich aktuell 3,6 Millionen Geflüchtete befinden und weitere aufgrund der Kriegshandlungen rund um Idlib ankommen werden, seien „die Einrichtung humanitärer Korridore und die Durchführung von Resettlementprogrammen ein Gebot der Stunde“. Zudem seien in Österreich Mittel aus das Auslandskatastrophenfonds frei zu machen, fordert die Diakonie.

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ISSN 2222-2464