Diakonie fordert bessere Hospizbetreuung

Aktuell gibt es noch zu wenige Hospizangebote, oft kann die Versorgung nur durch die Arbeit von Ehrenamtlichen gewährleistet werden. Foto: epd/Uschmann
Aktuell gibt es noch zu wenige Hospizangebote, oft kann die Versorgung nur durch die Arbeit von Ehrenamtlichen gewährleistet werden. Foto: epd/Uschmann

Chalupka: „Hospiz- und Palliativbegleitung dürfen nicht zum Spielball der Politik werden“

Wien (epdÖ) – Dem Thema Hospizbetreuung widmete die Diakonie Österreich ihre mittlerweile traditionelle Gründonnerstags-Pressekonferenz in Wien. Ein passendes Thema für die Karwoche, wie Diakonie-Direktor Michael Chalupka vor MedienvertreterInnen am 13. April erklärte, würden doch das „Kar“ in Karwoche und das englische care den selben Ursprung haben: Klage und Trauer, aber eben auch Fürsorge. Konkret fordert die Diakonie von der Politik einen Rechtsanspruch auf Hospizbegleitung, klare Zuständigkeiten in der Finanzierung, die Integration von Hospiz- und Palliativversorgung in der Langzeitpflege, eine ausreichende finanzielle Ausstattung für die Organisation und für die Koordination der derzeitigen Freiwilligennetze sowie den Aufbau von Ethikberatung in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Darüber hinaus ist es der Diakonie ein Anliegen, dass in die Aus-, Weiter- und Fortbildung für alle relevanten Berufsgruppen in der Pflege investiert wird, damit diese Grundlagenwissen zum Thema „Sterben in Würde“ erlangen. Gleichzeitig fordert die Diakonie eine ausreichende Hospiz- und Palliativbetreuung für Kinder und Menschen mit Behinderung.

Aktuell gebe es noch zu wenige Hospizangebote, betont Diakonie-Direktor Michael Chalupka und bemängelt, dass die Versorgung oft nur durch die Arbeit von Ehrenamtlichen gewährleistet werden kann. Diese Menschen, in erster Linie Frauen, würden hervorragende Arbeit leisten. „Die Arbeit wird von den Freiwilligen getragen, die sich ihre Ausbildung zur Hospizbegleiterin selber bezahlen müssen. So wichtig diese Arbeit auch ist, die Politik darf sich nicht einfach darauf verlassen, sondern muss eine adäquate Finanzierung gewährleisten“, so Chalupka. Derzeit hätte nur rund die Hälfte aller Betroffenen überhaupt Zugang zu einer Hospizbetreuung. Aus diesem Grund fordert die Diakonie einen Rechtsanspruch auf Begleitung in der letzten Lebensphase. Auch und gerade angesichts der Tatsache, dass der Bedarf immer größer werde. Dementsprechend verwundert zeigte sich Chalupka auch, dass im neuen Regierungsprogramm das Thema Pflege und Hospiz nicht thematisiert werde. „Das zeigt die Wertschätzung , die diesen Themen entgegengebracht wird.“ Derzeit gebe es eine fünfjährige Übergangsfinanzierung, 18 Millionen Euro jährlich werden bereitgestellt. Es brauche hier aber eine klare Zuständigkeit in der Finanzierung und eine langfristige finanzielle Sicherung der Angebote. „Hospiz- und Palliativbegleitung dürfen nicht zum Spielball der Politik werden“, mahnt der Diakonie-Direktor.

Eine besondere Herausforderung stelle die Hospizarbeit mit Menschen mit Behinderung dar, die immer öfters ein hohes Alter erreichen würden und auf derartige Angebote angewiesen sind. „Diese Arbeit ist mit besonderen Herausforderungen verbunden, weil sehr viel mehr Bindung zwischen dem Patienten und dem Pflegepersonal entsteht. Die MitarbeiterInnen sind dadurch noch stärker betroffen und brauchen regelmäßige Fortbildungen, deren Finanzierung aber schwierig ist“, erklärt Petra Richter von der Hospizbewegung Kärnten. Ohne die Unterstützung der Diakonie sei die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen nicht finanzierbar, etwa spezielle Ausbildungsangebote zum Thema „Hospizbegleitung für Menschen mit Behinderung“. „Uns ist es ein Anliegen, den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden“, sagt Richter. Die Nachfrage nehme jedenfalls in Kärnten jetzt schon merkbar zu. Mit einem steigenden Bedarf österreichweit werde gerechnet.

ISSN 2222-2464