Wien: Interreligiöser Dialog in reformierter Erlöserkirche

Gestaltete das interreligiöse Friedensgebet muskalisch mit: der "Erlöserkirche Gospel Choir". Foto: Franz Radner
Gestaltete das interreligiöse Friedensgebet muskalisch mit: der "Erlöserkirche Gospel Choir". Foto: Franz Radner

Fünf Imame zu Gast in Favoritner Gemeinde

Wien (epdÖ) – Zu einem interreligiösen Friedensgebet sind Vertreter des Islam, der Römisch-katholischen sowie der Evangelisch-lutherischen und Evangelisch-reformierten Kirche in der reformierten Erlöserkirche in Wien-Favoriten zusammengekommen. Bei dem Dialog am Dienstag, 18. Dezember, ging es vor allem um die Fürsorge für die Armen.

Robert Colditz, Kurator der Gemeinde, sprach in seinen Grußworten von einem „gesamtgesellschaftlichen Auftrag“ der Glaubensgemeinschaften zum Frieden „mit allen Menschen guten Willens“. Es gelte, gemeinsam die Frage zu stellen, „wie wir die menschliche Angst vor gesellschaftlichen Veränderungen in Vertrauen verwandeln können. Wir können den Menschen zeigen, wie Christentum und Islam gemeinsame Werte leben.“ Das interreligiöse Gebet verstehe sich nicht als „schönes freundschaftliches Treffen“, sondern solle „zu einem andauernden, verlässlichen Kontakt zwischen muslimischen und christlichen Gemeinden“ führen. „Starken, aber falschen gesellschaftlichen Tendenzen zu Abgrenzung und Polarisierung“ müsse eine „echte gemeinsame spirituelle Orientierung“ entgegengestellt werden.

„Wir haben alle Religionsvertreter gebeten, Stellen aus der Bibel oder dem Koran auszuwählen, die sich mit dem Thema Armut befassen“, erklärte Johannes Wittich, Pfarrer in der Erlöserkirche, den inhaltlichen Schwerpunkt des Abends. Er hofft, dass das Friedensgebet künftig jährlich stattfinden wird: Zwar war es bereits die dritte Veranstaltung dieser Art, die Erstaustragung liege aber schon einige Jahre zurück. Auch darüber hinaus bestehe jedoch interreligiöser Austausch: „Viele Menschen aus unserer Gemeinde haben mit den Leuten aus den Moscheen persönlichen Kontakt, da braucht es den formalen Rahmen gar nicht immer.“ Zum Friedensgebet waren rund 70 Menschen in die Erlöserkirche gekommen.

An dem interreligiösen Gebet beteiligten sich mit Mahir Zekiri als Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Hadis Bosnjak von der bosnischen Moschee „Ebu Hanife“, Cemal Öztürk von der Anadolu Moschee der Islamischen Föderation, Mustafa Erkmen von ATIB und Mustafa Seyif von der Vakif-Moscheegemeinde fünf Imame. Dechant Matthias Felber von der Pfarrgemeinde „Zum göttlichen Wort“ vertrat die Römisch-katholische Kirche, Senior Michael Wolf und Oberkirchenrat und Ortspfarrer Johannes Wittich die lutherische und reformierte Kirche.

Favoriten gilt als religiös besonders vielfältiger Bezirk. Von den rund 150.000 EinwohnerInnen sind laut statistischem Jahrbuch der Stadt Wien 16.000 Muslime, etwa 70.000 römisch-katholisch und rund 6000 evangelisch.

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ISSN 2222-2464