Weiland: Erhaltung des Sonntags bereichert

Öffnung der Geschäfte am Sonntag ist keine Liberalisierung, sondern eine Verarmung

Wien, 21. August 2003 (epd Ö) Gegen die Ausdehnung der Öffnungszeiten der Geschäfte auf Sonntage hat sich der niederösterreichische Superintendent Mag. Paul Weiland ausgesprochen: „Die vermeintliche Öffnung und Liberalisierung ist in Wahrheit eine Verarmung, weil ein Tag immer mehr dem anderen gleicht. Das führt zu einer Nivellierung des Lebens,“ sagte Weiland gegenüber epd Ö. So wie man erst allmählich entdeckt habe, dass die Erhaltung einer unberührten Natur oder von Bauten in ihrer alten Substanz Landschaften und Städte aufwerte, so werde langfristig die Gesellschaft punkten, die den über Jahrtausende erprobten Wochenrhythmus schütze und fördere.

Dabei, so Weiland, gehe es nicht nur um die natürliche Forderung, nach Tagen des Einsatzes und der Arbeit Erholung und Ruhe zu haben, sondern auch um das „Spezifische des Feiertages“. Die Feier von Festtagen, von besonderen Zeiten und Ereignissen sei etwas signifikant Menschliches: „Weder die Natur noch die Tiere kennen Ähnliches. Es geht auch um die Erfahrung des Besonderen, Einmaligen, Heiligen.“

Der Sonntag sei gleichsam ein Hinweis, dass Leben sich nicht im Alltäglichen erschöpfe. Für eine Gesellschaft bereichender sei deshalb, den Sonntag ganz bewusst zu gestalten als „Erlebnis der Gemeinschaft, als Erfahrung der Besinnung und als Ort der Begegnung mit Gott“. Gleiches gelte natürlich auch für die Feiertage in anderen Kulturen, betonte der Superintendent.

ISSN 2222-2464