Steirischer Auftakt zum Reformationsjubiläum

Am 17. November wurde in Graz der Auftakt zum Reformationsjubiläum 2017 begangen. Ein Jahr lang darf sich Graz nun "Reformationsstadt" nennen. Foto: wikimedia commons
Am 17. November wurde in Graz der Auftakt zum Reformationsjubiläum 2017 begangen. Ein Jahr lang darf sich Graz nun "Reformationsstadt" nennen. Foto: wikimedia commons

Miklas: Selbstbewusstes Miteinander finden – Graz offiziell „Reformationsstadt“

Graz (epdÖ) – „Gegeneinander. Nebeneinander. Miteinander“ – unter diesem Motto stand die offizielle Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr der Reformation am 17. November in Graz. Superintendent Hermann Miklas ging in seiner Eröffnungsansprache vor allem auf die Aspekte des Miteinanders ein. Es sei wichtig, nicht ständig um den Verlust der eigenen Identität zu zittern, sondern zu einem selbstbewussten Miteinander zu finden. Dieses Jubiläum sei die Chance, so Miklas, die Lebensrelevanz des Evangeliums in der Gesellschaft wieder neu ins Gespräch zu bringen – „natürlich mit je spezifischen konfessionellen Akzenten und Schwerpunkten, aber in der Zielrichtung eins“.

Aus evangelischer Sicht bedeute dies, mutig die Gestalt von Kirche ganz ohne Tabus neu denken zu können und nicht nur als lineare Fortsetzung des Bestehenden, sagte der Superintendent. Katholische und orthodoxe Christinnen und Christen könnten die großartige spirituelle Dimension des Feierns jenseits von vielen Worten einbringen und freikirchliche Gemeinden die Erinnerung daran, dass sich Glaube in erster Linie immer aus Beziehung speise, aus der persönlichen Verbindung zu Jesus Christus.

Aufgeführt wurde die Trilogie „Gegeneinander. Nebeneinander. Miteinander“. Im ersten Teil kam es zu einem historischen „Schlagabtausch“ zwischen Evangelischen und Katholiken in Person von Jörg-Martin Willnauer und Peter Rudlof. Der Film „Nebeneinander“ zeigte zahlreiche Prominente und sorgte für Schmunzeln im Publikum. Schließlich boten Sabine Petritsch und Sabine Schönwetter-Cebrat ein stimmungsvolles ökumenisches Miteinander und rundeten die Trilogie eindrucksvoll ab.

Bürgermeister Siegfried Nagl erhielt aus den Händen von Martin Wolf, dem Vertreter der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), das Dekret „Graz – City of Reformation“ überreicht. Graz darf den offiziellen Titel „Reformationsstadt“ nun ein Jahr lang führen. An dem Abend präsentierte Superintendent Miklas darüber hinaus die neue revidierte Luther-Bibel, der Abend klang mit Gipsy Jazz von „CuveéFrizz“ aus.

ISSN 2222-2464