Steiermark: Superintendent Miklas zieht Bilanz

Blickte zurück auf 19 Jahre als Superintendent: Hermann Miklas. Foto: epd/M. Uschmann
Blickte zurück auf 19 Jahre als Superintendent: Hermann Miklas. Foto: epd/M. Uschmann

Rückblick auf 19 Jahre im Amt

Graz (epdÖ) – Im August wird der steirische Superintendent Hermann Miklas sein Amt an Wolfgang Rehner übergeben. Im Rahmen der 117. Superintendentialversammlung der Evangelischen Kirche A.B. in der Steiermark blickte Miklas auf seine 19-jährige Amtszeit zurück und zog vor den Delegierten Bilanz. Er erinnerte dabei an einen Satz, den er zu seinem Amtsantritt geäußert hatte, und der ein Grundanliegen seiner ganzen Zeit als Superintendent zum Ausdruck bringe: „Der Semmering-Basis-Tunnel ist ein wichtiger Schritt, um die Bahn attraktiver zu machen. Solange in den Zügen aber das Toilettenpapier fehlt und im Speisewagen kein Brot verfügbar ist, wird der Effekt gering sein.“ Neben den großen Strategien und Visionen dürfe daher nie auf das Kleine, Alltägliche vergessen werden. Es sei ihm deshalb immer wichtig gewesen, sich bei auftauchenden Problemen vor Ort ein Bild der Lage zu machen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Miklas griff in seiner Rede auch das „traditionell gute ökumenische Klima“ in der Steiermark auf, das sich schon unter seinen Vorgängern entwickelt habe und nicht zuletzt im Reformationsjahr 2017 noch einmal gestärkt worden sei. In Erinnerung an den im Vorjahr im Grazer Landhaushof verlegten katholisch-evangelischen Gedenkstein sagte Miklas: „Das Motto ‚Freiheit und Verantwortung‘ machte das evangelische Profil deutlich. Der in Stein gemeißelte Satz ‚gegeneinander – nebeneinander – miteinander‘ zeigte den Wert von versöhnter Verschiedenheit.“ Aber auch die Beziehung zu andern Glaubensgruppen habe sich stark gebessert, „das Du-Wort zu ihren Spitzenvertretern ist inzwischen kein höflich-formelles mehr, sondern ein in ehrlicher Beziehung gewachsenes.“ Zu arbeiten habe die Kirche im 21. Jahrhundert noch an ihrer Sprache, diese sei oft zu antiquiert oder zu gewollt modern. Er selbst freue sich in seiner Pension darauf, an seiner eigenen Gottesdienstsprache zu feilen. Und: Er selbst sei auch in 19 Jahren ein leidenschaftlicher Gottesdienstbesucher geblieben.

Hermann Miklas war Pfarrer in Voitsberg und Wien-Innere Stadt und ist seit 1999 Superintendent der Diözese Steiermark. Am 30. Juni findet sein Abschiedsgottesdienst in Graz statt.

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ISSN 2222-2464