Spatenstich zum Umbau des ehemaligen Diakonissenhauses

Pia Goldmann, Landeshauptmann Josef Pühringer, Rektorin Christa Schrauf, Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl, Nationalratsabgeordnete Anneliese Kitzmüller, Bürgermeisterin Gisela Gabauer und Stefan Mann (v.l.n.r.) beim Spatenstich in Gallneukirchen. Foto: Gernot Mischitz
Pia Goldmann, Landeshauptmann Josef Pühringer, Rektorin Christa Schrauf, Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl, Nationalratsabgeordnete Anneliese Kitzmüller, Bürgermeisterin Gisela Gabauer und Stefan Mann (v.l.n.r.) beim Spatenstich in Gallneukirchen. Foto: Gernot Mischitz

Ab 2015 beherbergt das Haus vielfältige Sozialeinrichtungen

Gallneukirchen (epdÖ) – Im Rahmen einer feierlichen Spatenstichfeier wurde am 9. September der offizielle Startschuss für den Umbau des ehemaligen Diakonissenhauses Bethanien in Gallneukirchen gegeben.

War das Diakonissenhaus damals das Zuhause der Diakonissen-Schwestern, die hilfsbedürftige Menschen unterstützten und begleiteten, so soll es auch in Zukunft wieder ein Ort sozialer Prägung und Atmosphäre sein. „Das Haus Bethanien neu sollte ein Haus lebendiger Diakonie sein, und das kann mit dem Konzept für die Nachnutzung sichergestellt werden“, so Rektorin Christa Schrauf vom Diakoniewerk Gallneukirchen in ihrer Begrüßung. In Anwesenheit von Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und der Bürgermeisterin von Gallneukirchen Gisela Gabauer sowie weiterer Ehrengäste wurde das ehemalige Diakonissenhaus, das am 1. Juni 1909 eröffnet wurde, seiner neuen Bestimmung übergeben.

Die mehr als 100-jährige Substanz besitzt vier oberirdische Geschoße und ein Untergeschoß und bietet somit ab 2015 Platz für eine Vielzahl an Angeboten für Menschen im Alter und für Menschen mit Behinderung sowie für weitere Dienstleistungen. Auf 3000 m2 entstehen eine Tagesbetreuung für Menschen im Alter und acht Wohnungen für eben diese Zielgruppe. Eine Tagesstruktur für Menschen mit Behinderung in Form einer Cafeteria und Theater-, Kunst- und Medienwerkstätten finden sich ebenso im neuen Diakonissenhaus wie die Diakonie-Akademie und Räume für die angrenzende Schule für Sozialbetreuungsberufe. Ein Museum zur über 135-jährigen Geschichte der Schwesternschaft und ein Kultur- und Veranstaltungssaal vervollständigen diesen neuen Ort der Begegnung. Mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wird ein Zu- und Umbau unter Denkmalschutzauflagen realisiert, und dies im Zentrum von Gallneukirchen. Anlass für diesen umfangreichen Umbau, der zum Großteil vom Land Oberösterreich aus unterschiedlichen Ressorts finanziert wird, bietet eine Landessonderausstellung, die von April bis November 2015 im ehemaligen Diakonissenhaus Bethanien Einblicke in die Sozialarbeit von damals, heute und morgen geben soll.

Das Diakonissenhaus war und ist das einzige seiner Art in Österreich und damit ein wertvolles und kraftvolles Symbol für das soziale Engagement einer evangelischen Frauengemeinschaft – der Diakonissen. Über viele Jahrzehnte hinweg haben sie die Geschicke des Diakoniewerks gelenkt und an vielen Standorten leitende und in ihrem Grundverständnis dienende Tätigkeiten geleistet und damit die Basis geschaffen für das Diakoniewerk von heute, in dem österreichweit mehr als 3200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – allein ca. 1200 davon im Raum Gallneukirchen – arbeiten.

Seit 1909 war das Diakonissenhaus Bethanien Heimat der Diakonissen. Hier wurden die Probeschwestern ausgebildet, hierher kamen die Schwestern, um sich von ihrem anstrengenden Dienst zu erholen. Diese Gemeinschaft der Schwestern hatte den Charakter einer großen Familie, der die Oberin wie eine „Mutter“ vorstand und in der dem Rektor eine Art „Vaterrolle“ zukam. Die Schwestern wurden vom Diakonissenhaus mit allem versorgt, was sie in gesunden und kranken Tagen, in der Arbeit und zur Erholung benötigten und erhielten ein Taschengeld für ihre persönlichen Ausgaben.

In der 139-jährigen Geschichte des Diakoniewerks haben der Diakonissen-Schwesternschaft über 800 Schwestern angehört. Die Aufgabenfelder waren vielfältig und reichten von direkten Betreuungsaufgaben als Gemeindeschwestern, Krankenschwestern, Betreuerinnen von Menschen mit Behinderung und Menschen im Alter bis hin zu Tätigkeiten in Küchen, Näh-stuben, in der Haus- und Gartenpflege, als Buchhalterin und Sekretärin und vieles mehr.

Heute leben noch elf Diakonissen und vier diakonische Schwestern. Mit der Um- und Neugestaltung des Hauses „Abendfrieden“ zogen im Sommer 2010 alle Diakonissen und Bewohnerinnen des Diakonissenhauses in dieses Haus für Senioren in unmittelbarer Nachbarschaft.

ISSN 2222-2464