Sibiu: Kommissionspräsident Barroso wünscht für Europa „versöhnte Verschiedenheit“

Sibiu (epd Ö) – Hohe Erwartungen an die Kirchen Europas haben Politiker auf der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu ausgesprochen.

Eine „versöhnte Verschiedenheit“, wie sie im ökumenischen Gespräch angestrebt wird, wünschte sich der Präsident der Europäischen Kommission Manuel Barroso auch für Europa. Das erklärte er in einer Rede vor dem Plenum der Ökumenischen Versammlung am 6. September.

In seiner im überfüllten Veranstaltungszelt von Beifall mehrfach unterbrochenen Ansprache über die Rolle der Religionen in Europa dankte der Kommissionspräsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) dafür, dass sie seit Beginn „das große Abenteuer des Baues von Europa“ begleitet habe. Barroso äußerte sich auch dankbar dafür, dass die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in einem der neu der Europäischen Union beigetretenen Länder stattfindet.

Religion, so der Kommissionspräsident, sei sehr wichtig vor allem dann, wenn sie ökumenisch auftrete. In diesem Zusammenhang sprach Barroso von den „zwei Lungen“ Europas, der orthodox-östlichen und der westlichen christlichen Tradition. Der Europapolitiker forderte: „Wir brauchen eine gemeinsame Zukunft. Wir müssen die Wunden heilen, die durch die Eisernen Vorhänge entstanden sind.“

Barroso betonte auch, Europa sei eine Wertegemeinschaft. Vielfalt und Toleranz seien die „Markenzeichen“ Europas. So sei es beispielsweise „völlig klar, dass wir uns gegen die Todesstrafe wenden“.

Rumänischer Ministerpräsident lobt „Offenheit des ökumenischen Dialogs“ in seinem Land

Die „Offenheit des ökumenischen Dialogs in Rumänien“ hob der Ministerpräsident Rumäniens, Cálin Popescu-Táriceanu, in einer vom rumänischen Minister für Kultur und religiöse Angelegenheiten vor dem Plenum verlesenen Grußbotschaft hervor. Popescu-Táriceanu, der durch das derzeit in Rumänien herrschende Hochwasser am Besuch der Versammlung gehindert war, erklärte in seiner Grußbotschaft: „Die Kirche bringt Europa auf Solidarität.“ Das beziehe sich insbesondere auf die ethisch-moralische Ebene. Nicht akzeptiert werden könne, dass Gewalt religiös motiviert werde.

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ISSN 2222-2464