Sechste „Lange Nacht der Kirchen“ am 28. Mai

Lein: Gelungener Versuch, viele Menschen neugierig zu machen auf die Kirche

Wien (epd Ö) – Bereits zum sechsten Mal laden die Kirchen Wiens zur „Langen Nacht der Kirchen“, die in diesem Jahr am Freitag, 28. Mai, stattfinden wird. Für die Kirchen in ganz Österreich ist es das zweite Mal, dass die Kirchen nachts ihre Pforten öffnen. Nachdem schon im letzten Jahr über die Grenzen Österreichs die Menschen zur „Langen Nacht“ eingeladen wurden, kann dieses Jahr auch in Tschechien und in Slowenien ein breites Spektrum an Aktivitäten in den Kirchen besucht werden. Im letzten Jahr waren es über 300.000 Besucher und Besucherinnen, die in der „Langen Nacht der Kirchen“ unterwegs waren.

„Die ‚Lange Nacht der Kirchen‘ ist zum wiederholten Mal der gelungene Versuch, in besonderer Weise einmal im Jahr zur nächtlichen Stunde die Türen ganz weit zu öffnen und viele Menschen neugierig zu machen auf das, was in kirchlichen Räumen möglich ist“, sagte der Wiener Superintendent Hansjörg Lein bei einer Pressekonferenz zur „Langen Nacht der Kirchen“ am 18. Mai in Wien. Wenn die Kirchen mit ihrer Bedeutung in der gegenwärtigen Gesellschaft umstritten seien und die Kritik am organisierten Christentum mit „all seinen Fehlern und Schattenseiten“ im Vordergrund stünde, hätten sich die Kirchen dieser Kritik zu stellen. „In erster Linie geht es in der ‚Langen Nacht der Kirchen‘ ja nicht um die Organisation des christlichen Glaubens, sondern wirklich um die Botschaft des Evangeliums von Jesus Christus, das auf mannigfaltige Weise zu den Menschen kommen soll.“ Es gelte, Gottes Wort der Vergebung, der Liebe und der Befreiung zu sagen. „Dazu dient exemplarisch diese ‚Lange Nacht der Kirchen‘.“

Kirche als Ort der Begegnung und Diskussion

Die Kirche als Ort der Begegnung und der Diskussionen werde gerade in diesem Jahr von besonderer Bedeutung sein, sagte Prälat Karl Rühringer, Bischofsvikar für das Vikariat Wien-Stadt. „In der ‚Langen Nacht der Kirchen‘ soll Kirche sichtbar werden als Ort des gelebten Glaubens. Viele ehrenamtlich engagierte Menschen präsentieren mit hoher Motivation ihre Pfarrgemeinden, ihre sozialen, kulturellen und geistlichen Wirkungsfelder.“ An diesem Abend gebe es viele Orte der Gastfreundschaft an und bei den Kirchen. Im Bereich der Römisch-katholischen Kirche seien es 176 Kirchen, die ihre Tore öffnen. „Insgesamt ist die Bandbreite groß: Musik, Führungen, Turmbesteigungen, die ‚Lange Nacht der Kirchen‘ bietet Programmpunkte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.“

Erfreut zeigte sich Bischofsvikar Nicolae Dura darüber, dass alle Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) an der „Langen Nacht der Kirchen“ teilnehmen. Dura, Vorsitzender des ÖRKÖ: „Die ‚Lange Nacht der Kirchen‘ ist ein Ereignis, die christliche Bereicherung zum Ausdruck zu bringen. Das ist wie ein Mosaik, das die verschiedenen Schönheiten der Kirche zeigt.“ Und die „Lange Nacht der Kirchen“ biete die „hervorragende Gelegenheit, die unterschiedlichen Kirchen ‚Face to Face‘ zu erleben, also mit eigenen Augen zu sehen“.

„In unserer Kirche gibt es ein offenes, weites und mutiges Programm, eben ein katholisches Programm“, sagte Franziskanerpater Gottfried Wegleitner. „Wir spannen einen Bogen über Musik, einen Einblick in unsere Gruft und eine Diskussionsrunde zum Thema Missbrauch in der Kirche und den Voraussetzungen, wie es dazu kommen konnte.“

Pfingsten der KünstlerInnen

Ein besonderer Höhepunkt ist sicherlich auch das „Pfingsten der KünstlerInnen“ in der Auferstehungskirche, Lindengasse 44a in Wien-Neubau. Mehr als 50 Kunstschaffende aus den Bereichen Musik, Malerei, Bildende Kunst, Fotografie, Tanz, Dichtung gestalten diese Nacht als festliche Begegnung. Der Beginn ist hier um 15 Uhr.

Offiziell eröffnet wird die „Lange Nacht der Kirchen“ um 18 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Rumänisch-orthodoxen Kirche, Simmeringer Hauptstraße 161. Weitere Informationen zur „Langen Nacht der Kirchen“ unter www.langenachtderkirchen.at/.

ISSN 2222-2464