Schwerpunkt Kirchenmusik: Evangelische Synoden eröffnet

Landeskantor Matthias Krampe dirigierte den Chor in der lutherischen Stadtkirche
Landeskantor Matthias Krampe dirigierte den Chor in der lutherischen Stadtkirche

Synodalsenior Joel Ruml: Flüchtlinge brauchen „Schutz und Schirm“

Wien (epd Ö) – Mit einem Gottesdienst in der lutherischen Stadtkirche in Wien sind am Sonntagabend, 24. Oktober, die diesjährigen evangelischen Synoden eröffnet worden. Bis Dienstag beraten zuerst die Delegierten der evangelisch-lutherischen und der evangelisch-reformierten Synode getrennt, am Dienstagabend beginnt dann im Wiener Kardinal König Haus die gemeinsame Generalsynode. Am Donnerstagvormittag beschließt ein öffentlich zugänglicher Studientag zum Schwerpunktthema Kirchenmusik die Synode.

 

Beim Eröffnungsgottesdienst ging der Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB), Joel Ruml, auf die Situation von Flüchtlingen ein: „Die Lage jener, die Freiheit oder ein besseres Leben suchen, verlangt Gottes Beteiligung, sie brauchen Gott an ihrer Seite“, sagte Ruml. Der aus Prag angereiste Prediger erinnerte an die Geschichte seines eigenen Landes: „Das Regime hat Flüchtlinge produziert, die nach Österreich kamen. Sie wollten aufgenommen werden und sind aufgenommen worden.“ Das „Prinzip Jesu Christi“ bedeute, dass auch „der kleinste, schmutzigste und abstoßendste Mensch, der Sozialist aus unserem Land oder heute der Muslim aus einer unbekannten Ecke ein Bedürfnis nach Wertschätzung und Menschenwürde hat“.

 

Menschen, die auf dem Weg seien, stießen in der „gesicherten und umzäunten Welt“ oft auf „geschlossene Tore und bekommen keine Gelegenheit, ein neues Leben zu beginnen“. Aufgabe der Christinnen und Christen sei es, „nicht die Löcher im Zaun zu stopfen“, sondern für „Schatten, Schutz und Schirm“ zu sorgen. Statt „Regulierungen und Maßnahmen“ sollte das „Gesetz der Liebe bewirken, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft ihren Platz bei uns finden“, erklärte Ruml.

 

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes war geprägt von der Bach-Kantate „Lobet den Herren“. Unter der Leitung von Landeskantor Matthias Krampe musizierten Mitglieder des Evangelischen Kirchenchors St. Pölten, der „Liesingers“, der Evangelischen Kantorei Linz und des Albert Schweitzer Chores. Zu hören waren Ursula Fiedler (Sopran), Elvira Soukop (Alt), Radmilo Petrovic (Tenor), Günter Haumer (Bass), Kristian Schneider an der Orgel und das Ensemble „dolce risonanza“.

ISSN 2222-2464