Rektorin Greiner: Lehrerberuf aufwerten

Kirchliche pädagogische Hochschule verstärkt internationale Zusammenarbeit – Ausbildung für VorschullehrerInnen nach Schweizer Vorbild

Wien (epd Ö) – Für die Aufwertung des Lehrerberufs und die Entwicklung eines Lehrerleitbildes hat sich die Rektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems, Ulrike Greiner, ausgesprochen. In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren drohe aufgrund von Pensionierungswellen ein LehrerInnenmangel. Diese Situation dürfe nicht zu einer „Deprofessionalisierung“ führen, warnte die Rektorin am Dienstag, 25. November, bei einer Pressekonferenz in Wien. Wenn auch jetzt schon die Zahl der Studierenden österreichweit um 10 bis 20 Prozent gestiegen sei und sich die Hochschule durchaus in der Lage sehe, den Bedarf zu decken, seien die Spielräume begrenzt. Greiner plädierte für eine höhere Flexibilität, es gelte, den „Um- und Einstieg“ in den Lehrerberuf zu erleichtern, was jedoch kein „Schnellsiedeverfahren“ bedeuten dürfe. Von der neuen Regierung erhofft die Rektorin, „dass die Probleme angepackt werden“. Greiner: „Wir brauchen eine überparteiliche, gesamtgesellschaftlich getragene Offensive in der Lehrerbildung und Schulentwicklung.“ Positive Schritte seien bereits durch das neue Dienstrecht gesetzt, das im neuen Jahr in Kraft tritt und etwa auch Forschung innerhalb der Dienstverträge ermögliche. Nach dem Schweizer Vorbild sollten künftig auch KindergartenpädagogInnen und VorschullehrerInnen an den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet werden, betonte Greiner.

Um den Herausforderungen besser begegnen zu können, will die KPH ihre internationalen Kooperationen weiter ausbauen und „von Partnern lernen, die ähnliche Probleme gemeistert haben“, sagte die Rektorin, die gemeinsam mit dem Rektor der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch-Gmünd, Hans-Jürgen Albers, und dem Rektor der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern, Hans-Rudolf Schärer, die Kooperationsmodelle bei der Pressekonferenz vorstellte. Dabei geht es um den Austausch von Curricula, von Studierenden und Lehrenden ebenso wie um themenbezogene Kooperationen etwa im Bereich der vorschulischen Bildung. Dass hier Hochschulen aus drei Ländern zusammenarbeiten, in denen „die Pädagogische Hochschule das Normmodell für die Lehrerbildung darstellt“, unterstrich der Luzerner Rektor Hans-Rudolf Schärer. In der Schweiz sei „unbestritten“, dass die LehrerInnenausbildung für alle Altersstufen „konsequent in der Pädagogischen Hochschule angesiedelt ist“. Wesentliche Aufgabe der Hochschulen sei es derzeit auch, nachdem die einzelnen Schulen in den letzten Jahren deutlich mehr Entwicklungsspielräume erhalten haben und die Schulinspektorate abgeschafft wurden, die SchulleiterInnen für ihre Aufgabe zu qualifizieren.

Je nach Bundesland ist die Lehrerbildung in Deutschland unterschiedlich organisiert. Die Integration in die Universitäten sei „nicht immer gut gelaufen“, bemerkte der Rektor der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch-Gmünd, Hans-Jürgen Albers. Nur in Baden-Württemberg als einzigem Bundesland sei der „eigenständige Weg“ der Pädagogischen Hochschule möglich. Seiner Wiener Kollegin wünschte Albers, „dass die KPH ihren angemessenen Standort in der Hochschullandschaft findet“ und den Universitäten gleichgestellt werde.

ISSN 2222-2464