Ökumenischer Gottesdienst in Linz

Eichmeyer: Friede „gemeinsames Werk von Christen und Nichtchristen“

Linz, 28. Jänner 2004 (epd Ö) Einer Schwarz-Weiß-Malerei zwischen Christen und Nichtchristen in der Friedensfrage hat der oberösterreichische Superintendent Hansjörg Eichmeyer bei einem ökumenischen Gottesdienst im Linzer Mariendom anlässlich der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen eine Absage erteilt: „Der Friede, der für alle erlebbar werden muss, ist das gemeinsame Werk von Christen und Nichtchristen. Sträflich ist der Glaube, der meint, der einzig wahre zu sein!“ Der ökumenische Gottesdienst war der Höhepunkt der Gebetswoche für die Einheit der Christen in Oberösterreich. Der Einladung in den Dom waren am Mittwoch, 21. Jänner, Repräsentanten aller in Oberösterreich tätigen Kirchen gefolgt. Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern begrüßte alle „mit besonderem Respekt und großer Wertschätzung und in tiefer ökumenischer Gesinnung.“

Zum Dialog gehörten Disputation und Diskurs, auch Streit um die Wahrheit, erklärte Superintendent Eichmeyer in seiner Predigt. „Ruhe und Ordnung kann auch Folge von Resignation, Angst und Unterdrückung, kann auch Friedhofsruhe sein. Ich wünsche mir in der Ökumene keine Friedhofsruhe der beendeten und gestorbenen Beziehungen“, so der Superintendent.

Die Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Oberin Christine Gleixner, stellte im Rahmen des Gottesdienstes das ökumenische Sozialwort der 14 christlichen Kirchen „als Frucht des ökumenischen Dialogs“ vor. Gleixner: „Das Sozialwort will ein Kompass sein in dieser nach Orientierung rufenden Welt. Wir sind bereit für das Gespräch mit allen Interessierten“. Am Ende des Gottesdienstes wurde in einer Kollekte für das evangelische Laura-Gatner-Haus in Hirtenberg (Niederösterreich) gesammelt. Dort werden unbegleitete minderjährige Flüchtlingskinder betreut.

ISSN 2222-2464