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Lang-Czedik: Anerkennung für den Umgang der Römisch-katholischen Kirche mit der Missbrauchsfrage

Die Wiener Seniorin sprach vor der Zweiten römisch-katholischen Diözesanversammlung im Stephansdom

Wien (epd Ö) – Beeindruckt von der „klaren Haltung“ Kardinal Christoph Schönborns zugunsten der Opfer von Gewalt und Missbrauch in der Römisch-katholischen Kirche zeigte sich die Wiener Seniorin Pfarrerin Gabriele Lang-Czedik in einer Ansprache bei der Zweiten römisch-katholischen Diözesanversammlung, die vom 11. bis 13. März im Wiener Stephansdom stattfand. Lang-Czedik, die als evangelische Beobachterin an der Diözesanversammlung teilnahm, hob anerkennend hervor, „wie die katholische Kirche inzwischen mit der Missbrauchsfrage umgeht: die Ombudsstelle für Opfer, die genaue Abklärung, die Empfehlung zur polizeilichen Anzeige, die klare Haltung gegenüber den Tätern“.

In diesem Zusammenhang übte die Pfarrerin als „evangelische Schwester“ Kritik an den Medien: „Direkt unfair habe ich es empfunden, dass sie sich in diesen Tagen ganz auf die wirklich bedrückende Vergangenheit eingeschossen haben, dabei aber die ebenso wirkliche, gegenwärtige Aufbruchsstimmung dieser Versammlung kaum beachtet haben.“ Beeindruckend im Blick auf die Diözesanversammlung sei, „dass es unter Ihnen kein Beleidigt-Sein gab, sondern dass Sie sich alle auf der Versammlung ganz klar auf die Seite der betroffenen Opfer von Gewalt und Missbrauch gestellt haben.“
„Veränderungen in Christus sind immer möglich“

„Berührt und beeindruckt“ zeigte sich Lang-Czedik von den Berichten „der vielen engagierten katholischen Frauen und Männer“ auf der Diözesanversammlung. Auch sei die Tatsache, dass die gesamte Leitung der Wiener römisch-katholischen Diözese den Wiener Katholiken auf der Versammlung Rede und Antwort gestanden sei, nicht selbstverständlich, vielmehr ein „Zeichen eines neuen Miteinanders“. Die Wiener Pfarrerin empfahl der Diözesanversammlung „gerade angesichts der hochkompetenten katholischen Frauen“, sich der Frage der Frauenordination „neu zu stellen“. Auf der Versammlung habe diese Frage „wie ein blinder Fleck“ gefehlt. Lang-Czedik vor der Diözesanversammlung im Stephansdom: „Ich weiß schon, dass in Ihrer Kirche in dieser Frage gilt: ‚Roma locuta, causa finita‘. Aber als reformatorische evangelische Christin glaube ich natürlich nie an eine ‚causa finita‘, sondern dass Veränderung in Christus immer möglich ist.“

ISSN 2222-2464