Kurz: „Religion ist wichtige Stütze für Wertefundament“

Den fremdsprachigen evangelischen Gemeinden dankte Außenminister Sebastian Kurz für ihr Engagement und die gute Kooperation. (Foto: Außenministerium/Mahmoud)
Den fremdsprachigen evangelischen Gemeinden dankte Außenminister Sebastian Kurz für ihr Engagement und die gute Kooperation. (Foto: Außenministerium/Mahmoud)

Empfang für fremdsprachige evangelische Gemeinden

Wien (epdÖ) – „In den vier Jahren, in denen ich für den Bereich der Integration zuständig bin, habe ich erkannt, dass Religion nicht Teil des Problems, sondern der Lösung ist“, sagte Bundesminister Sebastian Kurz beim inzwischen schon traditionellen Empfang für die fremdsprachigen evangelischen Gemeinden am Dienstagabend, 14. April, in Wien. Personen, die zuwandern, fänden in den Pfarrgemeinden „Halt und Bodenhaftung“, so der Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres. Für ein gelungenes Zusammenleben sei es wichtig zu wissen, „woher man kommt und woran man glaubt“. Den fremdsprachigen evangelischen Gemeinden dankte Kurz für ihr Engagement und die gute Kooperation. Religion sei eine „wichtige Stütze für das Wertefundament des Landes“.

Als Schwerpunkte im Bereich der Integration nannte Kurz die sprachliche Frühförderung. Ab 2015 habe die Bundesregierung die Mittel dafür von 10 auf 30 Millionen verdreifacht, ein „Turbo“ für erfolgreiche Integration, meinte der Minister. Zudem müsse die Anerkennung von Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, schneller erfolgen, damit auch „die Volkswirtschaft vom Wissen der Zuwanderer profitiert“. Die Europapolitik sei überschattet von der Krise in der Ukraine. Russland habe durch die Annexion der Krim klar gegen das Völkerrecht verstoßen. Dass über eine Million Menschen vertrieben wurden, habe auch eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Gegen den IS-Terror, von dem religiöse Minderheiten besonders betroffen seien, brauche es militärisches Vorgehen ebenso wie sicherheitspolizeiliche Maßnahmen, da über 5000 Menschen aus Europa, darunter 200 Österreicher, als „foreign fighters“ für den IS kämpfen. Ein wichtiges Anliegen der Außenpolitik sei zudem die Stärkung des interreligiösen Dialogs, erklärte Kurz.

Bischof Michael Bünker dankte dem Minister für seine Initiative. Das österreichische Eintreten für Religionsfreiheit auf internationaler Ebene hätten auch die Kirchen deutlich wahrgenommen. Bünker erinnerte daran, dass die Evangelische Kirche eine Zuwandererkirche sei. Vor 70 Jahren, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, seien 80 Millionen Menschen in Europa aus ihrer Heimat vertrieben worden, manche hätten auch ihren Weg in die Evangelische Kirche in Österreich gefunden und bildeten heute einen „nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil“. Von Anfang an habe sich die Evangelische Kirche bemüht, Zugewanderte „nicht als Gäste, sondern als Mitchristen“ zu verstehen, was auch heute gelte. Die Vielfalt stärke das Miteinander. Kirchen und Religionsgemeinschaften leisten, so der Bischof, „einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben“.

Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell und Oberkirchenrat Johannes Wittich stellten beim Empfang die unterschiedlichen fremdsprachigen evangelischen Gemeinden vor, die sich aus Zuwanderern aus unterschiedlichen Kontinenten gebildet haben. Gekommen waren Vertreterinnen und Vertreter der ungarischen Gemeinde, der methodistisch-englischsprachigen Gemeinde, der dänischen, finnischen, norwegischen und schwedischen Gemeinden ebenso wie Mitglieder der ghanaischen und der südafrikanischen Gemeinde sowie der japanischen, koreanischen und taiwanesischen Pfarrgemeinden. Teilgenommen haben an dem Empfang auch Mitglieder der englischsprachigen Vienna Community Church und der Salzburger „International Christian Church“. Die Evangelische Kirche sei geprägt von einer „bunten Vielfalt“, resümierte Oberkirchenrätin Herrgesell, ohne sie wäre die Evangelische Kirche „nur halb so interessant und glaubwürdig“.

ISSN 2222-2464