Kurz: Pfarrgemeinden spielen wichtige Rolle bei Integration

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der fremdsprachigen evangelischen Pfarrgemeinden in Österreich sind am 25. April der Einladung von Integrationsminister Sebastian Kurz ins Wiener Außenministerium gefolgt. (Foto: bmeia)
Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der fremdsprachigen evangelischen Pfarrgemeinden in Österreich sind am 25. April der Einladung von Integrationsminister Sebastian Kurz ins Wiener Außenministerium gefolgt. (Foto: bmeia)

Empfang für fremdsprachige evangelische Gemeinden

Wien (epdÖ) – Dass Pfarrgemeinden eine wichtige Rolle im Integrationsprozess spielen, betonte Bundesminister Sebastian Kurz beim inzwischen schon traditionellen Empfang für fremdsprachige evangelische Pfarrgemeinden am Montagabend, 25. April, im Außenministerium. Kurz bezeichnete die Pfarrgemeinden als „Orte der Geborgenheit“, wo Menschen andocken können. Bei einer klaren Trennung von Staat und Kirchen habe Religion einen Platz im öffentlichen Leben, sie solle als „Teil der Lösung und nicht des Problems“ betrachtet werden, so der Integrationsminister. Gleichzeitig dankte der Minister den evangelischen Gemeinden nicht nur für ihr Engagement in der Hilfe für Flüchtlinge, sondern auch für ihren Beitrag zu einer gelingenden Integration von Menschen, die nach Österreich kommen.

Kurz unterstrich den Beitrag Österreichs in der Aufnahme von Flüchtlingen: „Unsolidarisches Verhalten kann man uns beim besten Willen nicht vorwerfen“, meinte der Außenminister angesichts der geringen Aufnahmezahlen anderer Staaten. Die aufnehmende Gesellschaft dürfe jedoch nicht „überfordert“ werden. Wenn Integration gelingen soll, müssten auch Kapazitätsgrenzen festgelegt werden, verteidigte Kurz die Linie der Bundesregierung. Erfreut zeigte sich der Minister über die Budgeterhöhungen im Bereich der Integrationsaufgaben und der Entwicklungszusammenarbeit.

Trotz unterschiedlicher Aufgaben von Religion und Politik seien der wechselseitige Respekt, das Gespräch und der „gute Austausch“ von elementarer Bedeutung, erklärte Bischof Michael Bünker beim Empfang. Gleichzeitig dankte Bünker dem Außen- und Integrationsminister für die gute Zusammenarbeit trotz mitunter unterschiedlicher Positionen. Die Kirchen seien sich im ökumenischen Miteinander bewusst, dass die Frage der Migration die Gesellschaften weltweit verändern werde. Einmal mehr forderte Bünker in diesem Zusammenhang mehr legale Wege der Zuwanderung. Die Evangelischen Kirchen seien nach 1945 mit einer großen, „nicht freiwilligen“ Zuwanderung konfrontiert gewesen, die Aufnahme von Migranten stehe ihr „im kollektiven Gedächtnis“, erinnerte der evangelisch-lutherische Bischof. Auch heute engagiere sich die Evangelische Kirche für Flüchtlinge und Migranten in einem weitaus höheren Maß, als es ihre kleine Zahl an Mitgliedern erwarten ließe.

Teilgenommen haben an dem Empfang Mitglieder mehrerer fremdsprachiger evangelischer Pfarrgemeinden, die Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell und Oberkirchenrat Johannes Wittich vorstellten. Gekommen waren u.a. Vertreterinnen und Vertreter der ungarischen Gemeinde, der dänischen, finnischen, norwegischen und schwedischen Gemeinden ebenso wie Mitglieder der ghanaischen und der südafrikanischen Gemeinde sowie der japanischen, koreanischen und taiwanesischen Pfarrgemeinden. Dabei waren auch Mitglieder der englischsprachigen Vienna Community Church und der Salzburger „International Christian Church“. „Die fremdsprachigen evangelischen Pfarrgemeinden bereichern nicht nur unsere Kirche, sie machen sie bunt und international“, zeigte sich Herrgesell überzeugt.

ISSN 2222-2464