Künstler als Mutmacher und Hoffnungsträger

Kunstwerkstatt der Evangelischen Stiftung de la Tour präsentiert ihre Werke im Rahmen einer Verkaufsausstellung in Wien

Wien (epd Ö) – Werke der Kunstwerkstatt de La Tour wurden am Dienstag, 19. Oktober, im Rahmen einer Ausstellungseröffnung in der Wiener Galerie Austria präsentiert und auch zum Kauf angeboten. Etliche Gäste waren gekommen, um die „Bilder der Lebensfreude“, so der Titel der Ausstellung, zu sehen und auch zwei der KünstlerInnen, Karin Sickl und Harald Rath, kennen zu lernen.

Die Kunstwerkstatt de La Tour besteht seit mehr als 20 Jahren und wird von Prof. Max Kläger aus Heidelberg wissenschaftlich begleitet. „Eine biblische Geschichte, in einem Gottesdienst erzählt, inspiriert den einen oder anderen Künstler zu einem Bild“, erklärte der Rektor der Evangelischen Stiftung de la Tour, Mag. Hubert Stotter, bei der Eröffnung.

Gleichzeitig verwies der Rektor auch auf die Vorbildwirkung der KünstlerInnen: „Der religiöse Aspekt ist nach Max Kläger jenes Merkmal, welches die Arbeiten unserer Kunstwerkstatt deutlich von denen anderer Werkstätten abhebt.“ Viele Werke strahlen, so Stotter, etwas „Heiles“ und „Versöhntes“ aus. Das Wesen christlicher Existenz, sich angenommen, geliebt und bejaht zu wissen, erfahren die Künstler in ihrem Umfeld und verarbeiten es in ihren Werken. Stotter: „Ihre Begrenzung ist daher nicht einfach nur Behinderung, sondern zugleich auch Begabung und Bereicherung.“

Atelier mit Tradition

Die Kunstwerkstatt de La Tour ist eines der ältesten Ateliers, in denen geistig beeinträchtigte KünstlerInnen wirken. Sie entstand durch das Talent Willibald Lassenbergers, der sich schon seit Ende der 70er Jahre mit dem Malen und Zeichnen beschäftigte. Anfang der 90er Jahre erweiterte sich die Künstlerkolonie auf derzeit acht Personen, unter ihnen auch ein Holzbildhauer, die täglich vollzeitlich ihrer künstlerischen Arbeit nachgehen.

Die „Bilder der Lebensfreude“ sind noch bis 6. November in der Galerie Austria (1010 Wien, Liliengasse 2) zu sehen. (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr).

ISSN 2222-2464