Körtner: Religionen sollen sich in Politdiskurs einbringen

In einer pluralistischen Gesellschaft sollten sich jedenfalls auch die verschiedenen Religionsgemeinschaften am politischen Diskurs beteiligen, "weil auch ein säkularer Staat auf das Engagement all seiner Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist", schreibt Ulrich H.J. Körtner in der Tageszeitung "Die Presse". (Bild: Islamisches Zentrum Wien, wikipedia/Geiserich77)
In einer pluralistischen Gesellschaft sollten sich jedenfalls auch die verschiedenen Religionsgemeinschaften am politischen Diskurs beteiligen, "weil auch ein säkularer Staat auf das Engagement all seiner Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist", schreibt Ulrich H.J. Körtner in der Tageszeitung "Die Presse". (Bild: Islamisches Zentrum Wien, wikipedia/Geiserich77)

„Wünschenswert, wenn islamische Form von öffentlicher Theologie entstünde“

Wien (epdÖ) – Der evangelisch-reformierte Theologe und Medizinethiker Ulrich H.J. Körtner fordert von den Religionsgemeinschaften, speziell auch vom Islam, sich stärker zu politischen und gesellschaftlichen Fragen zu äußern, wie dies bereits im Christentum unter dem Schlagwort „Öffentliche Theologie“ passiere. „Es wäre höchst wünschenswert, wenn in Österreich neben der christlichen Theologie auch eine islamische Form von öffentlicher Theologie entstünde, eingebettet in die akademische Öffentlichkeit und zugleich verankert in der Islamischen Glaubensgemeinschaft“, schreibt Körtner in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Die Presse“ am 9. Februar. In dem Kommentar mit dem Titel „Öffentliche Theologie“ geht Körtner der Frage nach, inwiefern sich Religionsgemeinschaften in den öffentlichen Diskurs einbringen sollen.

Konkret vermisst Körtner etwa Beiträge des Islams zu gesellschaftlichen Debatten im Bereich der Medizinethik oder der Biopolitik. „Liest man die Stellungnahmen der Islamischen Glaubensgemeinschaft auf ihrer Webseite, so hat man den Eindruck, dass sie im Wesentlichen nur mit sich selbst und mit dem Bild des Islams in der Öffentlichkeit beschäftigt ist“, so die Kritik Körtners in der „Presse“. Einen Grund dafür vermutet Körtner in den hier tätigen Imamen, von denen ein Großteil die Integration in die Mehrheitsgesellschaft ablehne, wie eine Studie der Universität Wien zeige. In einer pluralistischen Gesellschaft sollten sich jedenfalls auch die verschiedenen Religionsgemeinschaften am politischen Diskurs beteiligen, „weil auch ein säkularer Staat auf das Engagement all seiner Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist“.

Den vollständigen Kommentar können sie hier nachlesen.

ISSN 2222-2464