Kirchliches Engagement für HIV-Infizierte und Aids-Kranke

Unter dem Motto "Das Blatt gemeinsam wenden" fand die 19. Internationale Aids-Konferenz Ende Juli statt. Foto: E. Pausz
Unter dem Motto "Das Blatt gemeinsam wenden" fand die 19. Internationale Aids-Konferenz Ende Juli statt. Foto: E. Pausz

Ziel der internationalen Aids-Konferenz: Pandemie ausrotten

Washington D.C. (epdÖ) – „Das Blatt gemeinsam wenden“ – unter diesem Motto tagte die 19. Internationale Aids-Konferenz in Washington D.C. vom 22. bis 27. Juli. VertreterInnen aller Disziplinen aus der ganzen Welt kamen zusammen und gingen der Frage nach, wie die HIV/Aids-Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Ziel ist die Ausrottung des HI-Virus.

Welchen Beitrag Glaubensgemeinschaften leisten können, diskutierten in einer der zahlreichen Sitzungen drei Vertreter religiöser Organisationen und Menschenrechtsaktivisten. MacDonald Sembereka aus Malawi betonte, dass sich viele Menschen von den Kirchen abwenden würden aufgrund deren Stigmatisierung von HIV/Aids als Krankheit von Sündern. Dabei hätte gerade die Kirche die Pflicht, sich für die Schwachen einzusetzen. Sembereka fragte: „Ist die Kirche ein Museum von Heiligen oder eine Werkstatt von Sündern?“ Kay Warren aus den USA strich hervor, dass Kirchen Jahrhunderte überdauern, während politische Systeme wechseln würden. Deshalb könnten die Glaubenseinrichtungen Kontinuität herstellen, um HIV/AIDS aus der Welt zu schaffen. Phramaha B. Doojai aus Thailand schlug eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Kirchen sowie mit staatlichen und sozialen Einrichtungen vor, damit das Wissen der Einzelnen maximiert werden könne, um so die unterschiedlichen Gruppen zu erreichen und Wissensmonopolen entgegenzuwirken. Aufklärung sei der Schlüssel zum Erfolg.

In Österreich leben derzeit rund 15.000 Menschen mit HIV, täglich werden ein bis zwei Neuinfektionen diagnostiziert, und die Zahl steigt. Weltweit gibt es etwa 34 Millionen HIV-Infizierte, der Großteil davon lebt in Afrika südlich der Sahara. Seit Ausbruch haben sich über 60 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt.

ISSN 2222-2464