Kärnten: Ökumenischer Kirchentag für 2005 geplant

Superintendent Sauer und Bischofsvikar Colerus-Geldern diskutierten in Waiern über den aktuellen Stand der Ökumene

Feldkirchen/Waiern, 24. September 2003 (epd Ö) Ein ökumenischer Kirchentag soll im Jahr 2005 in Kärnten stattfinden. Das wurde bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des österreichweiten Treffens der Arbeitsgemeinschaft Ökumene am Wochenende in der Diakonie Waiern bekannt. Auf dem Podium: Der evangelische Superintendent Manfred Sauer und der römisch-katholische Bischofsvikar Olaf Colerus-Geldern.

„Grundsätzlich kann man als Christ nie ganz zufrieden sein, jedoch fällt mir auf, dass oberflächliche Aussagen beider Konfessionen die Ökumene belasten“, meinte der katholische Vertreter zur aktuellen ökumenischen Situation. Superintendent Sauer brachte hingegen Beispiele von der Kirchenbasis, wo die Annäherung zwischen den Konfessionen problemlos funktionierte. Allerdings gebe es immer wieder „schmerzliche und enttäuschende Erfahrungen, besonders wenn wir als Minderheit benachteiligt werden“, betonte Sauer und sprach in diesem Zusammenhang des Vaktikan-Dokument „Dominus Jesus“ an, in dem der Evangelischen Kirche das Kirchesein abgesprochen werde. Der Bischofsvikar geht hier nach eigenen Aussagen „persönlich nicht diesen Weg“ und betonte: „Zum großen Teil ging es in dieser Schrift um etwas anderes, darüber wurde allerdings nie diskutiert“.

Im Gespräch bleiben trotz unüberwindbarer Hürden

Beide Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass man in der Vergangenheit und in der Zukunft viel voneinander lernen konnte und könne. Eine unüberwindbare Hürde tat sich bei der Frage der eucharistischen Gastfreundschaft, besonders bei konfessionsverschiedenen Paaren auf. „Es gilt die Einladung zum gemeinsamen Abendmahl für alle Christen“, bekräftige der evangelische Superintendent. Auf den Einwurf von Teilnehmern an der Veranstaltung, dass es in verschiedenen katholischen Gemeinden Praxis sei, besonders glaubensgemischte Paare zum gemeinsamen Abendmahl zuzulassen, antwortete der Bischofsvikar: „Wenn es in dieser Frage zu einer Änderung kommen sollte, dann ist es nicht der richtige Weg, dass die evangelische Kirche auf ungehorsame katholische Geistliche setzt.“ Vielmehr wünscht sich Colerus-Geldern mehr Toleranz für geistige Einstellungen, die man selbst nicht teilt. „Aber wir müssen im Gespräch bleiben“, so der Bischofsvikar.

ISSN 2222-2464