Gedenkfeier für Menschen, die auf der Flucht starben

Mit einer symbolischen "Wasser-Installation" gedachten VertreterInnen der christlichen Kirchen in der Steiermark jener Flüchtlinge, die auf ihrer Flucht nach Europa ums Leben kamen. Foto: Ökumenisches Forum christlicher Kirchen in der Steiermark
Mit einer symbolischen "Wasser-Installation" gedachten VertreterInnen der christlichen Kirchen in der Steiermark jener Flüchtlinge, die auf ihrer Flucht nach Europa ums Leben kamen. Foto: Ökumenisches Forum christlicher Kirchen in der Steiermark

Miklas: „Die Flüchtlinge wurden von Gott nicht vergessen“

Graz (epdÖ) – Mit einer ökumenischen Feier gedachte das Ökumenische Forum christlicher Kirchen in der Steiermark am 28. September im Landhaus in Graz der zahlreichen Flüchtlinge, die ihr Leben auf der Flucht verloren haben. Allein im September 2012 kamen Dutzende afrikanische Flüchtlinge nach einem Schiffbruch vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ums Leben.

„Mit dieser Gedenkfeier sollen die Schicksale und Namen der Betroffenen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangen. Damit soll verdeutlicht werden, dass diese Menschen von Gott nicht vergessen wurden“, so der evangelisch-lutherische Superintendent Hermann Miklas, Vorsitzender des Ökumenischen Forums. Es gehe nicht um ein Urteilen über die Motive zur Flucht oder über die Motive zur Abschottung Europas. Es sei vielmehr notwendig aufzuzeigen, dass scheinbar abstrakte politische Entscheidungen vom grünen Tisch aus in der Reali-tät hunderte Menschenleben kosten können.

Pfarrer Hermann Glettler, der Vertreter der Römisch-katholischen Kirche, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die EU-Kommission ebenso wie die meisten nationalen Regierungen statt auf Hilfe vor allem auf militärisch organisierte Abschottung gegen Flüchtlinge und Migranten setze. Besonders dramatisch sei die Lage im Süden der EU, wo Mittelmeer und Atlantik die Grenze zwischen den Kontinenten Europa und Afrika bilden. Die meisten Flüchtlinge ertrinken während der gefährlichen Überfahrt, verdursten auf seeuntüchtigen Booten oder kommen aufgrund von Gewalttaten um.

Symbolisch wurde dafür eine „Wasser-Installation“ errichtet, die auf die zahllosen Ertrunkenen beziehungsweise Vermissten hinweisen soll. Mit einer Andacht der evangelisch-methodistischen Pastorin Anke Neuenfeldt, mit Gebeten und Fürbitten endete die Gedenkfeier, an der rund 80 Personen teilnahmen.

ISSN 2222-2464