Flüchtlingsdienst: „Freiwilligenengagement auf hohem Niveau“

Zahlreiche Freiwillige engagieren sich in der Hilfe für Flüchtlinge, wie etwa beim Erlernen der deutschen Sprache. Foto: Diakonie/Nadja Meister.
Zahlreiche Freiwillige engagieren sich in der Hilfe für Flüchtlinge, wie etwa beim Erlernen der deutschen Sprache. Foto: Diakonie/Nadja Meister.

Rund 700 Ehrenamtliche leisten 1800 Stunden Arbeit pro Woche

Wien (epdÖ) –  Einen Einblick in die Arbeit des Flüchtlingsdienstes gaben Rektor Michael Bubik und Silvia Unterberger am 4. Juni vor den Delegierten der evangelischen Generalsynode in Wien. „Das Freiwilligenengagement im Diakonie Flüchtlingsdienst hat sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Im Gegensatz zur Situation vor einem halben Jahr ist es allerdings nicht mehr so einfach, neue Freiwillige zu gewinnen“, sagte Bubik. Dazu komme, dass sich das politische Klima und die öffentliche Wahrnehmung des Themas Flucht und Asyl in den vergangenen Monaten zum Negativen gewandelt hätten.

Unterberger berichtete über das Engagement der vielen Ehrenamtlichen sowie der diakonischen Einrichtungen und der Pfarrgemeinden in allen evangelischen Diözesen. „Mit Ende Mai 2016 sind rund 700 Menschen bei unseren Einrichtungen als Freiwillige registriert. Sie leisten mittlerweile zirka 1800 Stunden pro Woche an unentgeltlicher Arbeit. Rund eine Million Euro an Lohnkosten haben wir durch Ehrenamtliche eingespart“, so Unterberger. Derzeit würden sich besonders viele Menschen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit einsetzen, speziell in der Lernbetreuung und in Deutschkursen. „Wir bieten bereits Deutschkurse für Asylwerber an, was der Staat nicht macht“, erklärte Unterberger.

Ein besonderer Schwerpunkt werde seitens des Flüchtlingsdienstes auf die Unterstützung der Ehrenamtlichen gelegt. „Es gibt einen klaren Rahmen für die ehrenamtliche Arbeit. Freiwillige haben zu Beginn eine Erklärung zu unterschreiben. Wir unterstützen sie durch regelmäßige Gesprächsangebote und Supervision, aber auch durch Fortbildungen. Außerdem haben die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Versicherungsschutz“, erläuterte Unterberger.

„Das Geld für die Unterstützung der Ehrenamtlichen ist gut angelegt“, betonte Oberkirchenrat Karl Schiefermair, der in der Kirchenleitung für den Bereich Diakonie zuständig ist. Schiefermair: „Angesichts der politischen Entwicklungen können wir stolz sein auf die Arbeit des Diakonie Flüchtlingsdienstes.“

ISSN 2222-2464