Filmstart Sophie Scholl – Die letzten Tage

Bünker: Sehr bewegender und sehr starker Film

Wien (epd Ö) – „Das ist ein sehr bewegender und sehr starker Film“, sagte Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker nach der Voraufführung von „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ am vergangenen Freitag gegenüber epd Ö. „Wir sehen eine junge Frau, die sich auf nichts anderes berufen kann als auf ihr Gewissen gegenüber staatlichen Autoritäten.“

Der auf der Berlinale mit zwei silbernen Bären, einem für die Hauptdarstellerin Julia Jentsch und einem für den Regisseur Marc Rothermund, preisgekrönte Film läuft am Freitag in den österreichischen Kinos an. Der Film schildert die letzten sechs Tage (17. bis 22. Februar) im Leben von Sophie und Hans Scholl, den führenden Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. In den Mittelpunkt gestellt ist die 21-jährige Münchner Studentin Sophie Scholl.

„Die Scholls waren evangelisch und stark geprägt von einem tiefen Glauben, der sie trägt“ so Bünker. Gleichwohl dürfe man die Scholls „nicht kirchlich vereinnahmen“, denn die Rolle der Kirchen im Nationalsozialismus sei kein Ruhmesblatt. „Da muss man mindestens von Mitläufertum, wenn nicht sogar von Bejahung sprechen“, so das Mitglied der Kirchenleitung. Den Scholls gehe es um humanistische Motive, die stark evangelisch geprägt sind: „So ist auch ihr gewaltloser Widerstand typisch evangelisch.“ Der Film sei „unbedingt“ zu empfehlen für den Religionsunterricht und für junge Menschen, „aber natürlich auch für die Älteren“.

„Sophie Scholl – Die letzten Tage“ hält sich weitgehend an historische Fakten. Dabei konnten Regisseur Rothermund und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer neu zugängliche GESTAPO-Akten aus dem DDR-Archiv verwenden, die bis zur „Wende“ 1989 nicht zugänglich gewesen waren. Filmstart von „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, der im Verleih von FILMLADEN in Östereich läuft, ist Freitag, 25. Februar.

Film und Podiumsdiskussion

Zu einer Vorführung des Films laden die Evangelische Kirche in Österreich, das Albert-Schweitzer-Haus Wien und der FILMLADEN in das Wiener VOTIVKINO in der Währingerstraße 12 im 9. Wiener Gemeindebezirk ein: Am Mittwoch, dem 2. März 2005, beginnt um 19.00 Uhr die Filmvorführung, um 21.00 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen im Widerstand“. Der vergünstigte Kartenpreis beträgt 4 Euro.

Im Anschluss an die Vorführung diskutieren zum Thema „Frauen im Widerstand“ die Intendantin der Diagonale und Filmhistorikerin Birgit Flos, die Politikwissenschaftlerin und Dokumentarfilmemacherin Elisabeth Holzinger, die Auschwitz-Überlebende, Autorin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger und Oberkirchenrat Dr. Michael Bünker. Moderiert wird die Diskussion von der ORF-Journalistin Renata Schmidtkunz.

ISSN 2222-2464