Feierlicher Empfang zur Amtseinführung von Bischof Chalupka

Im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste feierten zahlreiche Gäste die Amtseinführung des neuen Bischofs Michael Chalupka. Foto: epd/Uschmann
Im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste feierten zahlreiche Gäste die Amtseinführung des neuen Bischofs Michael Chalupka. Foto: epd/Uschmann

Kultusminister Schallenberg: „Für Klima des Dialogs sorgen“

Wien (epdÖ) – Mit einem Empfang im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste fand die Amtseinführung des neuen evangelisch-lutherischen Bischofs Michael Chalupka ihren Abschluss. Vor zahlreichen geladenen Gästen drückte der für Kultusangelegenheiten zuständige Bundesminister Alexander Schallenberg seine Freude über die künftige Zusammenarbeit mit Chalupka aus. Zugleich fand der Minister aber auch mahnende Worte zur aktuellen Situation von Religionen und Glaubensgemeinschaften: „Es ist unser aller Aufgabe, für ein gesellschaftliches Klima zu sorgen, in dem religiöse Menschen ihren Glauben in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben können“, sagte Schallenberg. Er erinnerte dabei an die rechtsextrem motivierten Angriffe auf eine Synagoge in Halle an der Saale in der vergangenen Woche. Es gebe „zerrissene Gesellschaften allenthalben“, in denen es gelte, für „ein Klima des Dialogs zu sorgen“.

„Aus ganzem Herzen, in eigenem Namen und im Namen der Synode, danke ich dafür, dass Du nach Deiner Wahl das Amt angenommen hast und es bereits mit großem Elan wahrnimmst“, sagte Synodenpräsident Peter Krömer beim abendlichen Empfang. Krömer, der als Synodenpräsident bereits mit dem vierten Bischof zusammenarbeitet, erinnerte daran, dass am Tag genau vor 238 Jahren – am 13. Oktober 1781 – formell das Toleranzpatent verabschiedet wurde. Damals, so Krömer, habe es Glaubensprüfungen für Evangelische gegeben. „Heute gibt es Glaubensprüfungen für konvertierte Christen im Asylverfahren, eine äußerst bedenkliche und rechtswidrige Praxis“, betonte der Synodenpräsident.

Zum Verhältnis Staat und Kirchen fand Krömer weitere kritische Worte. So verunmögliche etwa die Datenschutzgrundverordnung die Seelsorge an Evangelischen in Krankenhäusern, weil die Namen der evangelischen Patienten nicht mehr herausgegeben werden, „die gesetzliche Bestimmung des Protestantengesetzes zur Krankenhausseelsorge ist damit totes Recht“, befand der Jurist. Zum Thema Karfreitag beklagte der Synodenpräsident, dass mit den im Nationalrat vertretenen Parteien „keine ernsthaften Gespräche“ stattfinden konnten. Das Bischofsamt beinhalte mehrere „Herkulesaufgaben“, ist Krömer überzeugt. Angesichts der Säkularisierung sei es „wichtiger denn je, das Evangelium zeitgemäß zu verkündigen“. Dem Bischof komme dabei auch die Aufgabe zu, für Einheit zu sorgen und gleichzeitig die theologische Vielfalt in den Pfarrgemeinden und Einrichtungen zu würdigen.

Die Hallen des Atelierhauses erfüllten die Klänge der Vereinigten Posaunenchöre evangelischer Pfarrgemeinden und des Mödlinger Kinderchors „Die Ohrwürmer“. Kontrastreiche musikalische Beiträge kamen weiters vom Chor der internationalen Gemeinden, von den „Rebläusen“, den burgenländischen Family Singers, der Grazer Indie-Band „Kinski“ und der Band der Popakademie.

Alle Bilder von der Amtseinführung finden Sie auf foto.evang.at

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ISSN 2222-2464