Eröffnungsgottesdienst der Synoden in Wien

Oberkirchenrätin Reiner fordert für Kirche und Staat „neuen Umgang“ miteinander – Kritik am Asylgesetz

Wien, 27. Oktober 2003 (epd Ö) Von der „schönen Kleidung eines neuen Umgangs miteinander“ hat Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner in ihrer Predigt zum Eröffnungsgottesdienst der Synoden gesprochen. In dem Gottesdienst, der am 26. Oktober in der Pauluskirche in Wien stattfand, äußerte das Mitglied der Kirchenleitung den Wunsch, dass in den Institutionen der Kirche und des Staates gelten sollte: „Statt Lüge wird die Wahrheit gesprochen. Nach hitzigen Verhandlungen und Wortgefechten gibt es versöhntes Lachen.“ Dabei nahm Reiner auch Bezug auf das von Kirchen und NGOs stark kritisierte neue Bundesbetreuungsgesetz und sagte: „Statt Menschen auszugrenzen und vor den Kopf zu stoßen, wird ein bereits vom Parlament verabschiedetes Gesetz noch einmal ganz neu angegangen.“ Statt dem Bösen und der Gewalt freien Raum zu lassen, werde gütig miteinander umgegangen. „Männer, Frauen und Kinder verstehen einander, und Andersdenkende werden mit hereingenommen.“ Das Leben in einem derartigen „neuen Kleid“ sei den Christinnen und Christen verheißen und geschenkt. „Diese Kleider machen Leute, machen wahre Menschen“, unterstrich die Oberkirchenrätin vor den Mitgliedern der Synoden A.B. und H.B.

„Gott wird unsere Kirche in die Zukunft begleiten“, erklärte Senior Mag. Michael Guttner bei seiner Morgenandacht am ersten Tag der Synode A.B. im Wiener Albert-Schweitzer-Haus. Guttner verwies darauf, dass auch in einem synodalen Prozess menschliches Wirken nur „Stückwerk“ bleibe. Bei aller Vorläufigkeit und Unvollkommenheit menschlichen Tuns sei festzuhalten: „Gottes Fürsorge gilt unserer Synode und seiner Kirche.“

ISSN 2222-2464