Dramatisches Schicksal nordkoreanischer Flüchtlinge

Die Evangelisch Koreanische Gemeinde in Wien hat auf das Schicksal von Flüchtlingen aus Nordkorea aufmerksam gemacht. Im Bild: Eine Statue von Kim Il Sung in Pjöngjang Nordkorea. Foto: Torsten Weidemann/Pixelio
Die Evangelisch Koreanische Gemeinde in Wien hat auf das Schicksal von Flüchtlingen aus Nordkorea aufmerksam gemacht. Im Bild: Eine Statue von Kim Il Sung in Pjöngjang Nordkorea. Foto: Torsten Weidemann/Pixelio

„Menschenrechtswidrige Repatriierung durch China“

Wien (epdÖ) – Solidarisch mit den Anliegen der Evangelisch Koreanischen Gemeinde in Wien hat sich der Evangelische Oberkirchenrat gezeigt. Die Vertreter der Pfarrgemeinde hatten auf das dramatische Schicksal von Flüchtlingen aus Nordkorea aufmerksam gemacht. Die Regierung der Volksrepublik China lasse ausnahmslos sämtliche Nordkoreaner, die aus Ihrer Heimat vor Verfolgung, Unterdrückung und Hunger fliehen, verhaften und schicke sie wieder zurück nach Nordkorea in deren sicheren Tod. Jede/r repatriierte NordkoreanerIn werde als Verräter oder Spion gebrandmarkt und entweder zu Schwerstarbeit in den Arbeitslagern oder zum Tode durch öffentliche Erschießung verurteilt. „Auch in diesem Moment erleiden unzählige nordkoreanische Flüchtlinge bereits während der Repatriierung einen bitteren Tod durch Folter, Kälte und Hunger“, heißt es in dem Schreiben der Pfarrgemeinde.

„Obwohl die Regierung der Volksrepublik China sehr genau über das Schicksal jedes zurückgeschickten Nordkoreaners Bescheid wisse, schicke sie jeden Flüchtling in den sicheren Tod um der politischen Beziehung mit Nordkorea Genüge zu tun“, kritisieren die Vertreter der Pfarrgemeinde. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK). China als permanentes Mitglied des UNO Sicherheitsrates billige nicht nur dieses Vorgehen, sondern sei aktiv an dem Unrecht beteiligt.

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen hat eine Gruppe von koreanischen Kirchen auf der ganzen Welt beschlossen, an einem festgelegten Tag vor den Botschaften und Konsulaten der Volksrepublik China gegen dieses Unrecht zu demonstrieren. Die erste Demonstration findet am 6. September um 12.00 Uhr statt und wird jeden zweiten Monat am Donnerstag der ersten Monatswoche wiederholt. Die Teilnehmenden fordern die Regierung der Volksrepublik China auf, die Menschenrechte der nordkoreanischen Flüchtlinge zu achten und diesen den rechtmäßigen Status als ‚Flüchtling‘ zu gewähren. Außerdem wird die chinesische Regierung aufgefordert, die Genfer Flüchtlingskonvention zu respektieren und die menschenrechtswidrigen Aktivitäten zur Repatriierung nordkoreanischer Flüchtlinge unverzüglich einzustellen.

ISSN 2222-2464